Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Die  Arbeit.

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willkürlich  gefärbt  sind,  auch  bei  unbezweifelbarem  wollen  der
Verfasser  zur  Wahrheit.  Immerhin  sehen  wir  doch  in  ihnen  und
besonders  in  den  Äußerungen  über  bi'e  Arbeit  nicht  unwahrscheinlicherweise ­
  den  Niederschlag'  allgemeiner  Anschauungen  der
Arbeiterkreise.
wir  nehmen  eine  solche  Äußerung,  die  eines  Berliner  Schlossers. ­
  Lr  preist  das  Lfandwerk,  bei  dem  wirklich  frei  und  selbständig ­
  und  deshalb  mit  Lust  und  Liebe  gearbeitet  werde,  und  stellt
daneben  den  Arbeiter  in  der  Fabrik,  der  stets  das  gleiche  Ornament ­
  genau  nach  den  Angaben  des  leitenden  Technikers  auszuführen ­
  habe;  bei  diesem  löse  die  Arbeitsmethode  ein  Unlustempfinden ­
  aus,  das  sich  weder  beseitigen  noch  abschwächen  und
nur  sehnsüchtig  auf  das  Feierabendzeichen  warten  lasse.  Er
schilderte  seine  Beobachtungen  in  der  Anopfsabrik,  in  der  er  eine
Montagearbeit  zu  machen  hatte;  und  zwar  hat  er  die  Detailaufgabe ­
  des  Arbeiters  am  Stanzwerk  „  beobachtet,  der  nur  kleine
Metallplättchen  auszustanzen  hat.  „Der  Arbeiter  fängt  frisch
und  munter  an  zu  arbeiten  bis  zur  ersten  pause  mit  unglaublicher ­
  Geschwindigkeii.  In  einer  zweiten  Arbeitsperiode  geht  es
schon  nicht  mehr  ganz  so  flink,  aber  die  unerbittlich  laufende
Maschine  verlangt  immer  dieselbe  Geschwindigkeit.  Der  Arbeiter
hat  sich  aber  noch  bis  zur  zweiten  pause  ganz  gut  gehalten.  Aber
am  Nachmittage  ist  die  Ermattung  nicht  mehr  so  leicht  zu  überwinden, ­
  und  er  denkt  schon  daran,  wie  er  sich  nur  auf  Augenblicke ­
  aus  dieser  Tretmühle  befreien  kann.  Da  geht  er  öfter  als
notwendig  eine  Notdurft  verrichten,  es  wirft  auch  mal  den  Antriebsriemen ­
  herunter  ober  ^r  ölt  die  Maschine  so  oft,  daß  sie
nahezu  in  Gl  schwimmt;  dann  hat  er  doch  wieder  Gelegenheit,
das  überflüssige  Gl  abzuwischen.  Das  treibt  er  so  lange,  bis  es
Feierabend  ist,  um  dann  gebrochen  an  Leib  und  Seele  nach  tzause
zu  wanken  und  mit  unsäglicher  Gleichgültigkeit  alles  Schöne  und
Gute,  was  das  Leben  bietet,  zu  vermeiden.  Nerven  und  Muskeln
sind  derartig  überanstrengt,  daß  es  großer  Überwindung  bedarf,
um  nicht  schon  beim  Abendessen  einzuschlafen.  Oder  aber  er
geht  in  die  Kneipe,  peitscht  die  erschlaffenden  Lebensgeister  mit
Alkohol  auf,  bis  die  Reaktion  nach  einigen  Stunden  um  so
schlimmer  auftritt.  Dieser  Mensch  ist  so  ganz  Sklave  seiner
Maschine,  daß  ihm  jedes  soziale  Empfinden,  jeder  Kunstgenuß
abgeht.  Lr  erblickt  im  Geschlechtsverkehr  und  im  Alkoholgenuß,
beides  im  reichlichen  Maße  genossen,  die  größte  Freude."  wir
            
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