Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

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Die  Arbeit.

malische  Maschine  ununterbrochen  zu  bedienen.  Es  ist  bemerkenswert,
  daß  innerhalb  der  Maschinentechnik  eine  entschiedene  und
wirtschaftlich  wohl  begründete  Tendenz  besteht,  die  Bewegung ­
  der  Maschine  selbst  immer  mehr  zu
monotonisieren.  Die  Maschine  ist  ursprünglich  die  Nachahmung ­
  menschlicher  Tätigkeit;  sie  hat  deshalb  zuerst  auch  den
Rhythmus  der  menschlichen  Bewegung,  das  Lsin  und  Ejer  des
arbeitenden  Armes  angenommen.  Die  Aolbendampfmaschine,  die
zu  jedem  lsub  immer  wieder  neu  ausholen  muß  —  wir  können
Las  täglich  bei  der  Eisenbahnlokomotive  sehen  —  verliert  beim
Rückgehen  des  Kolbens  gleicherweise  Zeit  und  Kraft  durch  Dampfverbrauch ­
  und  Reibung.  Da  setzt  denn  die  Technik  an  die  Stelle
der  Kolbenmaschine  die  Dampfturbine,  die,  genau  nach  Lein  Prinzip ­
  des  Mühlenrades  gebaut  (nur  mit  Dampf  statt  mit  Wasser  als
Triebkraft),  bei  ihrer  stets  rotierenden  Bewegung  ohne  Verlust  von
Zeit  und  Kraft  arbeitet.  Die  Ersetzung  des  E)jn  und  her  oder
Auf  und  Nieder  durch  eine  einseitige  Bewegung  können  wir  wie
bei  der  Kraft-  auch  bei  Ler  Arbeitsmaschine  beobachten;  die  alte
Gattersäge,  welche  genau  die  Handgriffe  des  sägenden  Menschen
wiederholte,  wird  durch  die  Bandsäge  ersetzt,  bei  der  die  Säge
als  endloses  Blatt  wie  ein  Triebriemen  über  zwei  Rollen  gespannt ­
  ist,  oder  Lurch  die  Kreissäge,  die  sich  als  rotierende  Scheibe
darstellt.  So  wird  selbst  der  Rhythmus  und  damit  die  letzte  Form
eines  psychologischen  Antriebs  bei  der  Maschine  beseitigt  und  an
Stelle  der  Dampf-  und  Taktgeräusche  tritt  ein  miß-  und  eintöniges
Surren,  das  einen  mit  Nerven  begabten  Menschen  zur  Verzweiflung ­
  bringen  kann.
Die  große  Gefahr  bei  der  Wartung  dieser  Vorgänge ­
  ist  nun,  daß  wir  unsere  Empfindungen  den  Arbeitern  einfach ­
  unterlegen.  Zwar  sind  wir  alle  Menschen,  aber  der  Mensch
ist  eben  zu  einem  guten  Grade  von  den  Lebensbedingungen  abhängig, ­
  in  die  ihn  Geburt  und  Beruf  hineinversetzen.  Ls  ist  nicht
unwahrscheinlich,  daß  der  Durchschnitt,  der  hier  allein  in  Betracht ­
  kommt,  sich  in  weitem  Umfange  auch  hier  eingewöhnen,
anpassen  kann,  wir  wissen,  daß  der  fürchterliche  Lärm  der
Weberei,  der  einen  folgen  Fabriksaal  für  uns  zur  akustischen
Hölle  macht,  der  wir  schleunigst  entfliehen,  von  den  daran  gewöhnten ­
  Männern  und  Frauen  kaum  noch  empfunden  wird.  Dies
ist  nur  eine  grobe  Äußerlichkeit,  aber  wer  bürgt  uns  dafür,  daß
wir  nicht  in  den  viel  seigeren  seelischen  Regungen  noch  weiter
            
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