Full text : Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Die  Unternehmung.

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tiou  wohl  bald  allgemein  einschlagen.  Nehmen  wir  dazu  noch
die  ksemmungstendenzen,  die  aus  der  Schwerkraft  des  Bestehenden
  sich  ergeben,  so  ist  die  sozialistische  Theorie  von  der  vollkommenen ­
  Verdrängung  des  Kleinbetriebs  als  kaum  haltbar  anzusehen. ­
  Bestehen  doch  die  kleinsten  Betriebe,  die  2llleinbetriebe  s
in  Deutschland  nach  den  Ausführungen  Lonrads  noch  in  einer
Ausdehnung,  die  über  das  Bedürfnis  hinausgeht,  und  selbst  in
den  Vereinigten  Staaten  sind  noch'tü^  aller  Betriebe  Allein-,
also  Zwergbetriebe.
Groß-  und  Kleinunternehmung  sind  durchaus
wesensverschieden.  Die  Kleinunternehmung,  sei  es  ein  Kramladen ­
  oder  eine  Schusterwerkstatt,  stellt  verhältnismäßig  geringe
2lnsorderungen  an  den  Betriebsinhaber,  seine  Geschäftsgewandtheit, ­
  seine  Rührigkeit.  Sie  bietet  ihm  dafür  in  der  Regel  freilich
auch  nicht  mehr  als  die  Mittel  der  bloßen  Lebensfristung.  In
dem  Maße,  als  die  Unternehmung  an  Umfang  wächst,  'wachsen
auch  die  sachlichen  und  menschlichen  Schwierigkeiten,  wie  allerdings ­
  auch  materieller  Gewinn  und  soziale  Ehrung  dem  erfolgreichen ­
  Großunternehmer  in  unserer  Zeit  mehr  als  je  winken.
So  wird  denn  in  absehbarer  Zeit  nach  wie  vor  neben  den  bescheiden ­
  lebenden  oder  vegetierenden  Klein-  und  Mittelbetrieben,
dem  „Mittelstand",  wie  er  sich  er  sich  selbst  nennt,  ein  starker
Strom  von  Intelligenz  und  Tatkraft,  von  kserrscherwillen  und
Schöpferlust  die  Entwicklung  der  Großunternehmungen  befruchten. ­
  Sehr  naheliegend  ist  der  Gedanke,  daß  der  Krieg  in  seinen
Folgen  aus  die  Entwicklung  eine  entscheidende  Einwirkung
haben  wird.  Teils  wegen  der  besonderen  Anforderungen,  die
während  der  Kriegszeit  an  die  Leistungsfähigkeit  namentlich  der
Kriegsindustrien  gestellt  wurden,  teils  wegen  des  Mangels  an
Rohmaterial  und  Arbeitern  ist  in  dieser  Zeit  auf  der  einen  Seite
ein  starkes  inneres  Wachstum  der  Großbetriebe  erfolgt,  während
andererseits  durch  die  seit  191?  eingeleiteten  Zusammenlegungen
in  verschiedenen  Industrien  wie  der  Schuhwarenfabrikation  und
der  Brauerei  die  kleineren  Betriebe  stillgelegt  wurden.  Zu
diesen  mehr  technischen  Gründen,  die  möglicherweise  auch
jetzt  noch  fortdauern  werden,  kommt  vor  allem  die  künftige
Schwierigkeit  der  Kapitalbeschaffung,  welche  die  Großunter-^
nehmung  vor  der  kleineren  begünstigt,  (von  den  in  gleicher
Richtung  wirkenden  „Sozialisierungstendenzen"  wird  an  anderer
Stelle  zu  sprechen  sein.)  ^2lber  es  können  sich  so  viele  Gegen-
            
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