Full text: Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Die Persönlichkeit in )er Unternehmung. - s»l 
z 
Kräfte z u erhalten, die in den, schaffe ir den 
F iihrertum der „Unternehmer" liegen. Sicherlich 
ist die Revolution in Deutschland an vielen Stellen in eine Lohn 
bewegung verflacht; die große Not, in der breite Massen in den 
letzten Kriegsjahren und nach Kriegsende lebten, ist dafür hin 
reichende Erklärung. Aber neben diefenr verteilungsproblcnr 
(das später noch zu behandeln ist), bewegt die deutsche Arbeiter 
schaft doch auch der glühende Wunsch, nicht nur Rad in der Ma 
schine zu fein, sondern selbst an dem Schaffen teil zu haben. Der 
Gedanke der „Betriebs- und Wirtschaftsräte", dessen politische 
Seite uns hier nicht berührt, die Idee des „Mitbestimmungs 
rechtes", der Vorschlag der Arbeiter-Aktionärschaft, sind der Aus 
druck dieses Verlangens. Selbstverständlich können sich daran 
Vorstellungen anderer Art anschließen und tun es auch reichlich; 
ein bloßes Machtverlangen ohne Verständnis für die Gegenseite 
kann sich darunter verbergen. Es ist dies eines der Zukunfts 
probleme, auf dessen Lösung noch viel Schweiß der Edlen ver 
wendet werden muß; gerecht kann ihm freilich nur derjenige wer 
den, der sich nicht von vornherein auf irgendein Programm ver 
steift. Der Absolutismus der Forderungen, ganz gleichgültig, ob 
diese auf völlige Ungebundenheit des Wirtschaftslebens oder auf 
völlige planmäßige Bindung sich richten, der „Individualismus" 
wie der „Sozialismus" werden beide gleich wenig den wirkenden 
Kräften des Lebens gerecht, die jeder Schablone spotten. Jede 
Form ist tot; der Geist allein, der sie trägt, ist entscheidend, 
welche Form gewählt wird, um die Wirtschaft aufzubauen, ist 
schließlich eine Konstruktionstlufgabe, wobei aber 'immer im 
Auge behalten werden muß, daß der Mensch mit feinem Streben, 
seinen Hoffnungen, ja auch seinen Irrtümern der Motor dieser 
Maschine ist. 
In keiner anderen Frage wie in der der Unternehmung, der 
wirtschastsleitung, ist es so deutlich, daß die r t>ett einen neuen 
Geist verlangt, den Geist der gegenseitigen Anerkennung, des 
Verständnisses für die Hoffnungen und Sorgen des anderen 
Teils, den Geist des unbedingten guten Willens. Ist dieser Geist 
vorha'üden, so wird er den Körper finden, in d-m er sich aus 
wirken kann. 
wiederholen wir noch einmal, was wir von der Art festgestellt 
haben, wie sich jetzt die Volkswirtschaft in ihren Formen auf 
baut. ' Der kleine Kaufmann, der kleine Handwerker ist wohl noch
	        
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