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Beirat" zusammentreten und Durchschnittswerte mühevoll
festzulegen versuchen, die aber, unbeschadet der Größe
ihrer eigenen Geschäfte und all ihres Eifers, dennoch
naturgemäß über ein zu kleines Veobachtungsfeld
verfügen, um auch nur eine annähernd zutreffende Vor
stellung von der Vielfältigkeit ches Wertbildes auf dem
ganzen Wirtschaftsterritorium Deutschlands erlangen zu
können. Auch nicht mit Hilfe der üblichen Umfragen,
deren Beantwortung in das freie Ermessen des Einzelnen
gestellt ist. Wo an die Stelle der Schätzung das Wissen
trat, zeigt sich denn auch Erstaunliches.
Wir wissen nach Einführung des Wertzolls, daß sich
der Durchschnittspreis des Doppelzentners ausländischer
Tabakblätter im ersten Jahr auf 147 Mark, im zweiten
Jahre (1. Juli 1910 bis 30. Juni 1911) auf ca.
162 Mark stellte. Nun hat sich aber dieses letztere
Jahr durch ein sehr scharfes Anziehen aller Tabak
preise, sowohl für hochwertige wie geringwertige Roh-
abakgattungen, besonders kenntlich gemacht, so daß die
Tabakindustriellen mit Recht erklären konnten, so
hohe Preise seit einer langen Reihe von Jahren nicht
gekannt zu haben. Dennoch lautete die endgültige Schät
zung des Durchschnittswertes seitens des handelsstatisti
schen Beirates für das Jahr 1906 auf 183 Mark, für
das Jahr 1907 auf 191 Mark, mithin um vieles zu hoch,
denn der Preis war in Wirklichkeit damals ganz er
heblich niedriger als im Erntejahre 1910/11, in welchem
er sich — wie man jetzt weiß und nicht mehr zu schätzen