heblich sein wird. Da Amerika mit seinen hohen Löhnen nie selbst
an die Herstellung echter Spitzen gehen wird, ist es für die Befrie
digung seines Bedarfs auf die Erzeugung der alten Welt angewiesen.
Die Ausfuhr nach Amerika ist allerdings der geschmacklichen Ent
wicklung der Spitzenindustrie, um die die verschiedenen Vereine zur
Förderung der Spitzenindustrie sich sehr verdient gemacht haben,
nicht günstig.
Sicherer als die Aussichten für die Zukunft, die wesentlich auf
dem anrerikanischen Markt liegen, lassen sich die Faktoren beurteilen,
die die Herstellung der echten Spitze in Deutschland einengen und be
drängen: der Wettbewerb der Maschine und des Auslandes.
Am stärksten ist der Konkurrenz der M a s ch i u e die
Valencienne-, Chantilly- und Klöppelspitze ausgesetzt. In den
beiden ersteren Arten ist der Daseinskampf der Handarbeit aussichts
los; sie ist bis auf kleine Reste Liobhaberware verschwunden. Die
feinste Qualität der Valencienne-Maschinenspitzen ist 5—10 mal
billiger als die echte, selbst wenn man für diese sehr niedrige Löhne
ansetzt, und von ihr kaum zu unterscheiden. Die Chantillyspitze ist
durch die gewebte Calaiserspitze fast völlig verdrängt. Die Auf
stellung von Spitzenwebstühlen, die ähnliche Qualitäten wie die alt
berühmten Spitzenzentren von Nottingham, Caundrh, Calais
Herstellen, hatte in Deutschland schon vor dem Kriege begonnen rmd
ist jetzt durch die Absperrung vom Auslandsmarkt wesentlich ge
fördert.
Als lebenskräftiger hat sich bisher die echte Klöppelspitze er
wiesen. Das hängt zum Teil damit zusammen, daß die Erfindung
der Barmer Webstühle, auf denen die mechanische Herstellung von
Klöppeleien erfolgt, etwas jüngeren Datums ist. Die Nachahmung
der echten Spitze auf diesen Stühlen ist täuschend ähnlich, sodaß
selbst Kenner sie kaum von der echten Spitze unterscheiden können.
Technisch ist die Herstellung aller Arten von Klöppelspitzen, auch
einzelner Ecken und Motive möglich. Allerdings findet diese
unbegrenzte technische Möglichkeit ihre praktischen Grenzen darin,
daß es verhältnismäßig teuer ist, ein Muster auf den Stuhl zu brin
gen, sodaß sich nur die Herstellung von Massenwaren, namentlich