Full text : Die Geldvermehrung im Weltkriege und die Beseitigung ihrer Folgen

Valuta  *)  nicht  durch  die  großen  Goldabflüsse,  die  übrigens  durch
die  Zuflüsse  aus  den  alliierten  Ländern  im  wesentlichen  noch  ausgeglichen ­
  werden,  zurückzuführen,  sondern  auf  die  starken  inländischen ­
  Preissteigerungen.  In  England  und  Frankreich  wird  man
das  aber  wohl  nicht  eingesehen  haben  und  trauert  den  nach  Amerika
gesandten  zirka  6  Milliarden  Mark  irr  Gold  nach,  das  man  zun»
Teil  noch  als  Guthaben  im  Auslande  zur  Deckung  der  Banknoten
verwendet,  die  man  noch  immer  für  das  Entscheidende  hält.  An»
ersten  hat  inan  vielleicht  in  England  eine  unklare  Vorstellung  von
dem  wahren  Sachverhalt,  wo  man  vvi»  jeher  schon  mit  dein  geringste,»
Goldbestand  auskam  ,»nd  es  vorzog,  daß  das  Ausland  die  englische
Goldproduktion  kaufte.  Auch  die  neutralen  Staaten  Europas,  mir
Ausnahine  von  Schweden,  und  die  nrehr  oder  weniger  nicht  neutralen
Staaten  der  übriger»  Welt  haben  noch  kein  Verständnis  dafür,  daß
die  Bezahlung  für  von  ihnen  gelieferte  Waren  in  Gold  ihnen  nur
die  inländischen  Preise  steigert.  Doch  soll  jetzt  auch  in  Japan  erörtert ­
  werden,  wie  man  sich  gegen  den  fortgesetzten  Goldzufluß
wehren  kann.
Weniger  nachteilig  war  für  die  Vereinigten  Staaten  die  Bezahlung ­
  ihrer  Kriegsausfuhr  durch  Effekten,  die  von  England
und  Frankreich,  vor  der  amerikanischen  Kriegserklärung  auch  von
Deutschland,  im  großen  Amfange  zurückgesandt  wurden.  Zwar
trug  auch  diese  Art  der  Bezahlung  von  Warenlieferungen  zunächst
noch  zu  den  Preissteigerungen  in  Amerika  bei.  Denn  es  blieben
damit  jetzt  Gelderträge  im  Jnlande,  die  die  inländische  Kaufkraft
in  den  Vereinigten  Staaten  verstärkten,  während  die  Ausdehnung
der  Produktion  begrenzt  war.  Aber  für  die  Zukunft  war  diese
Rückwanderung  wenigstens  ein  Vorteil.  Auch  erleichterten  sie  den
Vereinigten  Staaten,  nachdem  sie  in  den  Krieg  eingetreten  waren,
die  Gewährung  großer  Vorschüsse  an  ihre  Verbündeten.  Es  ist
uicht  ausgeschlossen,  daß  sie  solche  Vorschüsse  deshalb  so  bereitwillig, ­
  wie  es  scheint,  gegeben  haben,  weil  man  sich  sagte,  daß  sie
Zunächst  weitere  Preissteigerungen  im  Inlande  etwas  entgegenwirkten, ­
  dagegen  für  später,  wenn  man  wirklich  ihre  Verzinsung
>md  Rückzahlung  durchsetzen  konnte,  Vorteile  versprechen.
Denn  später,  wenn  einmal  wieder  ein  friedlicher  Verkehr
zwischen  den  Völkern  eingetreten  ist,  wird  dasjenige  Volk,  das  viele
*)  Schon  im  August  1917  betrug  es  21  °/ 0  gegenüber  der  spanischen
parst«»  und  natürlich  noch  viel  mehr  gegenüber  der  schwedischen.
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