In bemerkenswerter Weise ist in dieser Zeit Professor
Adolph Wagner gegen die wachsende. Kapitalmacht ein-
zelner aufgetreten. Er hat am 15 März 1890 in einer
Versammlung der christlichsozialen Partei gesagt, die
ganze Sozialpolitik nütze wenig, fast nichts, wenn es nicht
gelänge, den großen Vermögenbildungen entgegenzutre-
ten. Die Rothschilds hätten ein Vermögen von 3 bis 4
Milliarden und hätten jährlich 150 bis 160 Millionen
Zinsen zu verzehren. Der Amerikaner Vanderbilt habe
ein Vermögen von 200 Millionen Dollars, Astor eins von
o kolossalen Vermögen bildeten die
Gefahr. Geradezu erbärmlich sei es, wenn diese Vermö-
gen dazu benutzt würden, um durch große Grundödfstück
Spekulationen Gelder über Gelder anzuhäufen. Aus-
führungen, die Wort für Wort mit dem übereinstimmten,
was Flürscheim in seinen Vorträgen gesagt hatte.
Die dritte Hauptversammlung.
D): jungen Bewegung sind leider neben erfreulichen,
auch unliebsame Erfahrungen nicht erspart ge-
blieben. Die neue Bundeszeitschrift war als Fortsetzung
von Flürscheims „Deutsch Land“ vom 15. März 1890 an
unter dem Titel: „Frei Land“ als Wochenblatt in
Düsseldorf erschienen. Herausgeber war Dr. Heinrich
Wehberg, der mit der zweiten Nummer beginnend, an
leitender Stelle eine Reihe von Aufsätzen über die Ver-
staatlichung, Ablösung und Repression der Grundrente
veröffentlichte. Die Abhandlung enthielt einige bemer-
kenswerte Stellen. Sie hat aber, als sie sich über sieben
Nummern des Wochenblattes erstreckt hatte und noch
immer nicht zu der Frage gekommen war, deren Erörte-
rung die überschrift versprochen hatte, wenig Anklang ge-
funden und hat schon im erstem Vierteljahr zum Verlufst
zahlreicher Abonnenten geführt. Dr. Wehberg hat des-
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