Full text : Die Geldvermehrung im Weltkriege und die Beseitigung ihrer Folgen

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nicht  von  „der"  Kaufkraft  des  Geldes  und  ihrer  Veränderungen
sprechen  kann,  wenigstens  nicht,  wenn  man  damit  irgendwelche
tauschwirtschaftliche  Erscheinungen  erklären  will.  Denn  nicht  das
Geld,  sondern  die  Einkommen  kaufen  die  Güter,  und  wenn  einige
Preise  steigen,  können  zwar  manche  mit  ihrem  Einkommen  weniger
kaufen,  die  „Kaufkraft"  ihres  Einkommens  ist  also  gesunken,
aber  den  gleich  gebliebenen  Preisen  gegenüber  nicht  „die"  Kaufkraft
des  Geldes.  Andere  aber  erzielen  infolge  der  Preissteigerung
höhere  Einkommen  und  bewerten  infolgedessen  die  Geldeinheit
geringer.  Doch  hat  es  keinen  Sinn,  zu  sagen,  daß  für  sie  die  Kaufkraft ­
  des  Geldes  gesunken  sei.  Mit  alledem  ist  über  die  Vorgänge
im  tauschwirtschaftlichen  Organismus  nichts  erklärt.
Statt  von  Kaufkraft  des  Geldes,  was  immer  eine  objektive
Fähigkeit  bedeutet,  die  es  im  Wirtschaftsleben  nicht  gibt,  spricht
man  besser  von  Schätzung  der  Einkommen  oder  der  ihnen  zugrunde ­
  liegenden  Rechnungseinheit,  wobei  der  subjektive  Charakter
nicht  mißverstanden  werden  kann.  Man  erkennt  aber,  daß  es  keine
Untersuchung  der  Preisveränderungen  geben  kann,  ohne  daß  man
zugleich  auch  die  Einkommensveränderungen  beachtet,  und  insbesondere ­
  die  Einwirkungen  auf  die  Preise  von  der  Geldseite  aus
find  nur  zu  erkennen  unter  Berücksichtigung  der  Einkommen.  Denn
wenn  man  die  engen  Beziehungen  zwischen  Preisen  und  Einkomme,»
erkannt  hat,  was  aber  mit  der  bisherigen  Preis-  und  Einkommenslehre ­
  ganz  unmöglich  war,  dann  wird  klar,  daß  eine  Einwirkung
auf  die  Preise  von  der  Geldseite  her  überhaupt  nur
durch  die  Einkommen  möglich  ist,  nur  dadurch,  daß  die  Geldvermehrung ­
  neue  oder  gesteigerte  Erträge,  Einkommen
bedeutet.  Dieser  Sah  ist  eines  der  auch  praktisch  wichtigsten  Ergebnisse ­
  der  klareren  Einsicht  in  die  tauschwirtschaftlichen  Zusammenhänge, ­
  wie  sie  durch  meine  Wirtschaftstheorie  vermittelt  wird.  Die
Geldvermehrung  wirkt  nicht  automatisch,  so  daß  von  selbst  und
proportional  die  Preise  steigen,  wenn  der  Staat  die  Notenpresse
in  Bewegung  seht;  das  ist  die  unsäglich  naive  mechanische  Auffassung ­
  der  bisherigen  technisch  quantitativen  Wirtschaftstheorie,
wie  sie  I.  Fisher  mit  seiner  verbesserten  Quantitätstheorie  noch
neuestens  ins  Extrem  getrieben  hat.  Sie  wirkt  auch  nicht  infolge
progressiv  sinkenden  Vertrauens  zum  Staatsgelde,  das  dieser  dann
immer  billiger  anbietet  und  das  dann  einen  immer  >nehr  sinkenden
Kurs  erhält;  das  ist  die  ebenso  naive  „Erklärung",  die  man  mangels
            
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