1916. Mi Eintritt des freien Handels in Brotgetreide und Mehl
erfolgt besondere Vereinbarung, gegebenenfalls schiedsrichterliche
Entscheidung.
8 12. (Für Streitigkeiten ein Schiedsgericht).
Zusatzvertrag: Der Vertrag vom 17. September 1916
wird bis zum 15. September 1917 verlängert. Folgende Ände
rungen und Zusätze werden an ihm vorgenommen:
1. Die Müllereivereinigung kann sich beim Ankäufe des
Kreishändlers oder Unterhändlers bedienen. Diesen ist eine Ge
bühr nicht zu zahlen. Die Bestimmung des § 6 wird hierdurch nicht
berührt.
2. Die Stadt Zeitz hat nach dem neuen Vertrage mit dem
Landkreise das Recht, die von ihr der 'Müllereivereinigung zu
geteilten Getreidemengen bei Mühlen ihrer Wahl -ausmahlen zu
lassen. Es besteht Grund zur Annahme, daß sie nur die Mühlen
berücksichtigt, die das beste Mehl herstellen. Hierdurch würde der
Kreis jetzt gegen das Vorjahr mehr Mehl erhalten, welches nicht
so gut wäre wie das Mehl der Stadt Zeitz. Die Müllerei-
vereinigung hat dem Kreise Gewähr dafür zu leisten, daß er auch
im neuen Wirtschaftjahre den gleichen Teil der Gesamtmenge in
bester Art erhält wie im Vorjahre.
3. In der Anlage zum Vertrage ist der Betrag für Ent
schädigung und Mahllohn auf 28 M. zu bemessen. Ferner wird
bemerkt, obwohl an sich selbstverständlich und auch jetzt zu Recht
bestehend:
Sollte die Annahme von 6 v. H. Schwund nicht zutreffend sein
und mehr ermahlen werden, so ist das Mehr an Mehl nicht Eigen
tum der Mühle, sondern ebenfalls für den Kreis beschlagnahmt
und nach dessen Anweisung abzugeben.
4. § 11 wird aufgehoben. An seiner Stelle gilt: -das Ab
kommen gilt ohne Kündigung bis 15. September 1917. ,Bei Ein
tritt des freien Handels in Brotgetreide und Mehl erfolgt be
sondere Vereinbarung, gegebenenfalls schiedsrichterliche Ent
scheidung. %
Die Lebensmittel- und Futtermittel-V erteilung ist viel
fach in besonderen Abteilungen oder auch in ein besonders organi
siertes Lebensmittel- oder Lebens- und Futtermittel-
a m t (K r i e g s v e r t e i l u n g s st e l l e usw.) zusammengefaßt
worden. Hierbei hat natürlich die Beschaffung und Verteilung der
so überaus knappen Kraftfuttermittel die größten- Schwierigkeiten