arbeiten, die da zu leisten sind. Vielmehr gibt es da
Aufgaben, an denen auch höchste Kraft und höchste
Originalität sich in höchstem Glanz bewähren kann,
ja vielleicht sage ich richtiger, daß erst hier höchstes
wissenschaftliches Talent ungehemmt von Vorfragen,
wirklich zeigen kann, was es vermag. Gerade dann
erst, wenn eine Gruppe gleichgeschulter Arbeiter, von
denen sich keiner mehr auf prinzipielle Bedenken aus
redet, der harten Felswand gegenübersteht, können
sich die verschiedenen Härtegrade der Geister zeigen
in einer Weise, die niemand mehr in Zweifel ziehen
kann. Und wenn auch weitere Kreise die Schwierig
keit eines Schrittes oder die Größe eines Erfolgs
immer weniger zu beurteilen verstehen werden und
ihr Beifall sich besonders an jene Individuen knüpfen
wird, die gerade an einem auffälligen Markstein;
stehen oder unter deren Axt gerade ein größeres
Stück des alten Gerüstes der Wissenschaft mit lautem
Gepolter einstürzt, um ein neues Gerüst dem Auge
der Öffentlichkeit bloßzulegen — so wird dafür immer
sicherer dem erfolgreichen Arbeiter der schönste
Lohn winken, den es nach der eigenen Befriedigung
im Reiche des Gedankens gibt, die Huldigung kom
petenter Kampfgenossen.
Überschätzen wir auch nicht die Schrecken der
Arbeitsteilung. Auch vor ihr fürchtet man sich oft
mehr als billig. Ist es gleich wahr, daß auf allen
Gebieten des modernen Lebens die Arbeitsteilung den
Menschen geistig verkrüppelt, und daß ihr Produkt
der „Berufsmensch“ außerhalb seines Berufs meist
ein herzlich uninteressantes Subjekt ist, ist es gleich
Schumpeter, Vergangen!!. u. Zukunft <1. Sozialwissensch. 9
hh