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sehr ab — gar so ungeheuerlich gewesen seien. Daß
sie primitive Zustände verherrlicht hätten, trifft nur
ganz wenige, besonders Rousseau. Und vollends ist
es nicht wahr, daß ihre falschen Auffassungen dar
über sie zu wesentlichen Fehlern in den Resultaten
geführt hätten. War doch ihr primitiver Zustand
häufig nichts anderes als ein zum Zweck der Dar
stellung und Lehre konstruierter einfacher Zu
stand der Gesellschaft, dessen Charakteristika sie
selbst nicht in die wirkliche Vergangenheit projiziert
hätten. Ein Unglück war es freilich, daß sie diesen
primitiven Zustand ebenfalls „natürlich“ nannten und
aus dieser Homonymie für sich und andere eine Quelle
von Konfusionen schufen. Ganz so steht es mit dem
berühmten „contrat social“. Auch der war vielfach
nur eine Darstellungsform der ratio der gesellschaft
lichen Beziehungen. Und soweit eine tatsächliche
Behauptung darin lag, hat sie — ebenso wie den
primitiven Utilitarismus — schon das 18. Jahrhundert
selbst überwunden (Hume). Es war ja eine Zeit rasch
vorstürmenden Fortschritts und die Geister häuteten
sich oft: Da darf man nicht aus jedem Hilfsgerüst,
das die Baumeister selbst bald wieder abbrachen, eine
Einwendung machen. Hierher gehört auch ihr angeb
licher Glaube an eine immer und überall konstante und
bei allen Leuten wesentlich gleiche Menschennatur.
Sie nahmen gewiß an, und für weitaus die meisten
Zwecke der Sozial Wissenschaft ist das völlig erlaubt,
daß die allgemeinen Grundzüge des Trieblebens und
des Denkprozesses sich in historischen Zeiten nicht
wesentlich verändert hätten. Aber es ist ihnen nie