thumbs : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

26  GllOSSBlUTANIEN.  —  Militär  (Seemacht).
Die  Zahl  der  verwendeten  Seeleute  ward  im  Budget  für  1864^05  zu  "2,000  M.
bestimmt.
Die  Grundlage  der  englischen  Ueberlegenheit  zur  See  beruht  in  der
Mannschaft  der  Handelsmarine.  Die  Kauffahrteiflotte  betrug  1S63  an
registrirten  Fahrzeugen  ;
in  Grossbritanien  in  Frankreich
Segelschiffe  .  20,309  von  4’T33,212  Tons  14,845
Dampfer  .  .  2,298  -  594,861  -  330
Dabei  besass  Britanien  eine  Ueberlegenheit  in  der  Grösse  der  Schiffe
(763  Segler  und  119  Dampfer  von  mehr  als  SOO  Tonnen,  während  Frankreich ­
  an  beiden  zusammen  nur  30  hatte).  Die  Zahl  der  aufgezeichneten
(registrirten)  Seeleute  war  1858  in  Frankreich  90,217,  in  Grossbritanien
227,41  1  (nach  einer  andern  Angabe  sogar  254,135,  und  mit  Einrechnung ­
  der  vorhandenen  Kriegsmarine  322,835).  Dagegen  konnte  die  französische ­
  Regierung  bisher  vermittelst  der  Seeconscription  beliebig
Mannschaft  auswählen,  während  man  dieselbe  in  England  durch  M  erbung
  (noch  in  dem  alt-napoleonischen  Kriege  selbst  durch  das  Matrosen-Fressen)
  zu  erlangen  suchen  muss.  Sodann  nöthigt  die  Ausdehnung
der  britischen  Colonien  zu  einer  Zersplitterung  der  Seemacht,  so  dass
Frankreich  eine  ansehnliche  Schiffszahl  verhältnissmässig  leichter  \  ereinigen
  und  damit  vielleicht  einige  Schläge  ausftthren  könnte.
Bei  einer  Vergleichung  der  jetzigen  Stärke  der  britischen  Marine  mit
jener  zur  Zeit  des  ersten  Napoleon  darf  man  sich  nicht  auf  Gegenüberstellung ­
  der  Schiffszahl  beschränken.  1809,  in  welchem  Jahre  die  Kriegsmarine ­
  am  grössten  war,  zählte  dieselbe  981  Kreuzer  und  77  Transportund
  Hafenfahrzeuge,  mit  1  10,000  Seeleuten.  Heute  ist  die  Menge  der
Schiffe  geringer,  allein  eine  moderne  Fregatte  zweiter  Classe  ist  einem
frühem  Dreidecker  weit  überlegen.  Die  alten  Fahrzeuge  von  7  1  Kanonen,
woraus  der  grösste  Theil  der  damaligen  Linienschiffe  gebildet  war,
stehen  den  jetzigen  Fregatten  von  32  Kanonen  an  Umfang  und  Metallgewicht ­
  entschieden  nach.  Im  Durchschnitte  schoss  jede  Kanone  damals
lOVs  Pfd..  schon  1859  war  der  Durchschnitt  38.  (Die  »Ariadne«,  eine
Fregatte  dritter  Classe  oder  Corvette,  hat  300  Tonnen  mehr  Tragfähigkeit, ­
  als  Nelson’s  Admiralschiff  »Victory«;  sie  besitzt  nur  26  Kanonen,
indess  sind  dies  68-  und  94Pfünder.)  Zu  Ende  des  grossen  Krieges  hatten ­
  die  colossalsten  Schiffe  1000  Tons,  sie  schleuderten  beim  Abfeuern
300—400  Pfund  Metall  gegen  den  Feind  und  kosteten  36,000  C.  Jetzt
ist  das  Verhältniss  :  6000  Tons,  1400  Pfd.  Metall  und  360,000  .1!  Kosten.
(Die  Kosten  eines  Kriegsschiffs  wurden  früher  zu  lOOO  £  auf  die  Kanone ­
  angenommen,  jetzt  gewöhnlich  4000  .t.)
Die  Stärke  der  Bemannung  war  nach  dem  älteren  Systeme  :
Linienschiff  von  110  Kan.  950  M.  Fregatte  von  50  Kan.  450  M.
_  -  SO  -  750  -  -  -  30  -  300  -
_  70  -  620  -
Die  liöhnung  betrug  im  Durchschnitte  (alle  Range  einbegriffen)  :
1852:  39  ^  14  sh.  8  den.
1858:  43  -  3  -
In  der  Schlacht  von  Trafalgar  (der  grössten  Seeschlacht)  hatten
die  Engländer  27  Schiffe  mit  2196  Kanonen.  Ihnen  standen  entgegen:
18  französische  mit  1352  und  Id  spanische  mit  1222,  also  33  Schiffe
            
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