Detailforschung aus einer Hilfswissenschaft der sozialen
Disziplinen — was sie immer war — zur Sozialwissenschaft
selbst geworden? Offenbar nicht.
Was erreicht wurde, das war eine gewaltige Bereicherung
unseres historischen Materials Hand in
Hand mit einer ebenso gewaltigen Bereicherung alles
anderen — statistischen, ethnologischen usw. — Materials.
Aber nicht weniger wie das Material von
heute ist die Analyse von heute über unseren Besitzstand,
wie er vor hundert Jahren war, hinausgewachsen.
Und wie niemand die Sammlung von
Material vernünftigerweise für überflüssig halten
oder geringschätzen kann, so kann sich niemand mit
der historischen Detailforschung begnügen, in ihr die
einzige oder die wichtigste Aufgabe der Sozialwissenschaften
sehen oder glauben, daß die Quelle genereller
Einsicht, die Quelle des Verstehens und Begreifens,
unmittelbar aus dem unanalysierten Material
fließe in dem Sinn, daß ohne besondere Methoden
und ohne systematische Konzentrierung auf
analytische Aufgaben schon bloße Ordnung und Darstellung
des Materials unsere Probleme löse, unsere
Pragelust befriedige.
N un — W as heißt das Andres, als daß alle die
Kämpfer und Forscher, alle die Schulen und Richtungen
des 19. Jahrhunderts, gegen ihren Willen,
ohne ihr Wissen, weitergearbeitet haben in den eingeschlagenen
Bahnen, daß die Kontinuität, die sie
zerreißen wollten, gewahrt wurde von ehernen Notwendigkeiten,
daß alle Arbeit des 19. Jahrhunderts
in derselben Linie liegt wie die der Jahrhunderte, die