Full text: Vergangenheit und Zukunft der Sozialwissenschaften

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hüllte, niemand sah, was an gewaltigen sozialen 
Notwendigkeiten darunter verborgen lag. Und 
hatte man auch bald Anlaß, über manche Einzel 
frage — Münzverschlechterungen, Zollpolitik, Agrar 
verfassung, Ringbildungen usw. — zu streiten, so 
drang man doch nirgends über die konkrete Frage 
hinaus in die Geheimnisse des sozialen Geschehens. 
Das kam erst später. Die Naturwissenschaften 
hatten schon längst ihren Stab wohlgeübter Pfleger, 
sie hatten schon längst ihren Siegeszug begonnen, als 
noch die tiefste Ruhe über dem Urwald lag, den die /»■ 
Sozialwissenschaft zum Acker machen sollte. 
II. 
Die Sozialwissenschaften entstanden eigentlich 
erst im 18. Jahrhundert. Da krachte und knackte es 
im ganzen sozialen Gebäude unseres Kulturkreises. 
Eine Bewegung wie der Flügelschlag eines erwachen 
den Vogels ging durch alle Schichten der Gesellschaft. 
Die Zeit der großen Religionskämpfe war vorbei und 
nach und nach hörte der Glaube auf, die intellektuelle 
Herzenssache der Menschheit, der Nährer, Führer 
und Schützer aller ihrer Interessen zu sein. Hingegen 
kündigte sich der gewaltige soziale Prozeß an, der 
„industrielle Revolution“ genannt wird, der Prozeß, 
in welchem die moderne fabriksmäßige Produktions 
form die Schranken von Dorfgemeinde und Innung, 
und das moderne Arbeiterheer unter Führung des 
Unternehmers die Schranken der feudalen Gesell 
schaftsordnung durchbrach. Und mit und infolge der 
industriellen bereitete sich die politische Revolution
	        
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