Full text: Vergangenheit und Zukunft der Sozialwissenschaften

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wäre, und daß Einzelne und Richtungen schließlich 
alle gewissen großen Tendenzen dienen müssen, 
gegen ihren Willen und ohne ihr Wissen, Tendenzen, 
die so unentrinnbar sind, wie wenn sie von einer 
Allmacht vorgeschrieben würden. 
Das ist einer von jenen auf allen Gebieten 
menschlicher Geschichte so häufigen Fällen, in denen 
zweifellose „Willkür“, „Zufälligkeit“, „Unberechen 
barkeit“ usw. im realen Einzelnen sich mit einem 
unwiderstehlichen Eindruck von „Gesetzmäßigkeit“, 
„Einheit“, „Notwendigkeit“ usw. im vom Beobachter 
erfaßten Ganzen paart. Diese Fälle haben erst die 
Einen veranlaßt, die „Einheit“ des Ganzen meta 
physisch zu deuten und dann die Anderen, die Tat 
sache der „Einheit“ zugleich mit ihrer — und wegen 
ihrer — metaphysischen Deutung für Humbug und 
alle „Entwicklungsgesetze“ für unwissenschaftlich zu 
erklären. Wir wollen auf Grund unserer Übersicht 
die Tatsache der „Regellosigkeit“ und die Tatsache 
der „Gesetzmäßigkeit“ — man verzeihe die Aus 
drücke, die leicht mißdeutet werden können — rein 
positiv zu erklären und so ein theoretisches Ver 
ständnis der Vergangenheit der Sozialwissenschaften 
und einen Anhaltspunkt für die Prognose ihrer Zu 
kunft zu gewinnen suchen. 
In unserem Fall wird die „Regellosigkeit“ offen 
bar begründet durch das jähe Abreißen angesponne 
ner Fäden. Woher kommt das, angesichts der Tat 
sache, daß jene Fäden noch lange nicht zu Ende 
gesponnen waren, vielmehr gerade ihr bester Teil
	        
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