Metadata: Nationalökonomie (Teil 1)

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ist, so wird auch eine zu starke Ausgabe von Papiergeld nicht sofort 
eine erhebliche Entwertung desselben verursachen. Noch viel größer 
ist aber die Elastizität des Verkehrs in Bezug auf einen Mangel an 
Umlaufsmitteln, bei dem in großer Ausdehnung die Vermittlung durch 
Kredit eintreten kann, und damit Stockungen und tiefere Wirkung des 
Mangels vermieden werden können. Es: wird dann in ausgedehnterem 
Maße durch Wechsel, Checks und andere Anweisungen gezahlt, im 
kleinen Verkehr wird das Entnommene bei dem Kaufmann angeschrieben 
und auf Rechnung gestellt, der Käufer unterläßt schwerlich einen not- 
wendigen Kauf, wenn nach seinem Einkommen seine Zahlungsfähigkeit 
feststeht und ihm nur das Zahlungsmittel zur baren Begleichung nicht 
zur Hand ist. Der gesamte Verkehr hilft sich hier eben durch das 
moderne Hilfsmittel des Kredites, Hieraus geht hervor, daß unter der 
modernen Volks- und Kreditwirtschaft die Quantitätstbeorie bei nor- 
malen Verhältnissen eine Berechtigung nicht hat. Den Bedarfsmitteln 
steht nicht nur das Geld gegenüber, sondern man kauft auch durch 
and auf Kredit. Eine Vermehrung oder Verminderung der Umlaufs- 
mittel ist für den Geldwert irrelevant, so lange ein internationaler Aus- 
tausch an Zahlungsmitteln stattfindet. Wenn man daher die Preis- 
steigerung in Deutschland Anfang der siebziger Jahre auf die Ver- 
mehrung der Umlaufsmittel infolge der Milliardenzahlung zurückführen 
wollte, so beruhte das auf einem prinzipiellen Irrtum. 
Eine zu starke Vermehrung des Vorrates der Umlaufsmittel im 
Weltverkehre wird natürlich zur Folge haben, daß Münze in großer 
Ausdehnung eingeschmolzen wird, genau so wie bei einer zu starken 
Ausgabe von Papiergeld die Münze aus dem Verkehr verschwindet. 
So lange aber noch Münze im Umlauf ist, wird sie die Basis des Geld- 
verkehres bleiben und damit das Edelmetall den Wert des Geldes be- 
stimmen; nur daß gegenüber dem Edelmetall als Wertträger Papier 
entwertet ist, oder, wie man sich ausdrückt, das Metall ein Agio, d. h. 
ainen Aufschlag erlangt, als Ausdruck seines höheren Wertes, Kine 
völlige Verdrängung des KEdelmetalles und danach eine allgemeine 
Entwertung des Geldes im Weltverkehre ist unter den vorliegenden 
Verhältnissen nicht gut denkbar, kann deshalb auch hier außer Be- 
tracht bleiben. 
Nach dem Gesagten werden Schwankungen im Geldwerte auf dem 
Weltmarkte nur durch Veränderungen des Wertes des Edelmetalles 
herbeigeführt, und unter den jetzigen Verhältnissen ausschließlich des 
Goldes, welches die Grundlage des internationalen Verkehres und des- 
halb der Wertträger des Geldes selbst ist. Daß solche großen Ver- 
änderungen in dem Werte des Edelmetalles eintreten können, ist durch 
die Geschichte erwiesen, wie wir sahen. Wie groß aber diese Schwan- 
kungen gewesen sind, ist man nicht in der Lage festzustellen; bei ge- 
ringeren Schwankungen des Preisniveaus der Waren vermag man nicht 
ainmal mit Bestimmtheit zu behaupten, ob sie auf Grund des Wertes 
der Edelmetalle stattgefunden haben oder nicht. 
Die Veränderungen in dem Geldwerte sind nur zum Ausdruck 
zu bringen durch eine Feststellung der Preisverhältnisse im Beginne 
und Ende der zu untersuchenden Periode. Man kann die Kaufkraft 
des Geldes nur ermitteln, indem man feststellt, wie viel der Waren 
aller Art früher, wie viel jetzt mit derselben Summe zu kaufen waren, 
und zwar der verschiedensten Waren, die unter den mannigfaltigsten 
Bedingungen hergestellt, den verschiedenartigsten Konjunkturen unter- 
Feststellung 
des Geld- 
wertes,
	        
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