Full text : Wirtschaftspolitisches Handbuch von Rumänien

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Die  Leut  e

stitute,  chemische  Versuchsanstalten,  Hydro-  und  pneumotherapeutische
  Einrichtungen,  Blindenanstalten  usw.  Auch  das  Rote
Kreuz  leistet  auf  diesem  Gebiete  selbst  im  Frieden  ersprießliche
Arbeit.*)

2.  Sprache  und  Eigenart
Die  rumänische  Sprache  ist  aus  der  lateinischen  lingua  ni8tica
entstanden,  welche  vom  Volke  und  den  Legionären  gesprochen  wurde
und  wie  im  übrigen  römischen  Reiche  so  auch  im  Norden  der  Balkanhalbinsel ­
  und  in  Dacien  verbreitet  war.  Der  Übergang  von
der  linKuarustioa  zum  Rumänischen  muß  sich  noch  vor  dem  6.  Jahrhundertvollzogenhaben, ­
  weil  durch  die  beginnende  Völkerwanderung
die  Daco-Rumänen,  die  Mazedo-Rumänen  und  die  Jstro-Rumänen
schon  damals  voneinander  getrennt  wurden,  trotzdem  aber  im  Wesen
dieselbe  Sprache  auch  heute  noch  sprechen.  Sehr  bald  nach  ihrer
Entstehung  geriet  die  rumänische  Sprache  infolge  der  Einwanderung
slawischer  Stämme  in  ihr  Gebiet  unter  den  Einfluß  der  slavonischen
Sprache,  der  sie  wenige  Formen,  dafür  aber  um  so  mehr  Worte
entlieh.  Dieser  Wortschatz  umfaßte  zweierlei  Arten  von  Ausdrücken,
einerseits  solche,  welche  den  sozialen  Beziehungen  zwischen  Rumänen
und  Slaven  entstammten  und  meist  die  Terminologie  des  von  den
Slaven  erlernten  Ackerbaues  betrafen,  andererseits  solche,  welche
auf  die  Kirche  und  die  von  den  Slaven  übernommenen  staatlichen
Einrichtungen  Bezug  hatten.  Die  ersteren  bürgerten  sich  ein  und
bilden  heute  noch  einen  Bestandteil  des  rumänischen  Sprachschatzes,
die  anderen  verschwanden  von  selbst  aus  dem  Gebrauche  in  dem
Maße,  als  die  Kirche  sich  vom  slavischen  Einflüsse  befreite,  und  die
moderne  Entwicklung  des  Staates  fortschritt.  Heute  fristen  sie  als
archaistische  Rückstände  nur  in  den  Wörterbüchern  ihr  Dasein.  Die
Abneigung  gegen  die  slavischen  Fremdkörper  führte  zum  anderen
Extrem  der  willkürlichen  Einführung  lateinischer  und  französischer
Worte  zur  stärkeren  Betonung  des  lateinischen  Charakters  der  rumänischen ­
  Sprache;  doch  machte  sich  gegen  diese  Richtung  schon  von
ihrem  Beginne  an  ein  starker  Widerstand  geltend,  welcher  den
Erfolg  hatte,  eine  vollständige  Übereinstimmung  zwischen  der  Schriftsprache ­
  und  der  Volkssprache  herbeigeführt  zu  haben,  soweit  es  sich
nicht  um  neue  Begriffe  handelt,  die  das  moderne  Leben  erzeugt,  und
für  die  infolgedessen  geeignete  Ausdrücke  in  der  Volkssprache  fehlen.
Geschrieben  wurde  die  rumänische  Sprache  durch  viele  Jahrhunderte
nicht.  Nur  bei  fremden  Schriftstellern  finden  sich  hie  und  da  einzelne

*)  Vgl.  Buletinul  statistic  al  Romäniei  1913.
            
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