Full text: Lexikon der Handelsgeographie

Italien (Handel). 
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sich schwachen Ausfuhr. 1878 hatte der 
Handel folgende Werte (iir Mill. Mark) : 
Garne 
Gewebe re. 
Einfuhr Ausfuhr 
. 18,2 4,5 
. 9,8 J,i 
Die Seilerei zählt 281 kleinere Fabri 
ken mit 8400 Arbeitern und liefert regel 
mäßig Seilerwaren und Tauwerk im 
Wert von 2,4—2,8 Mill. Mk. zur Aus 
fuhr. Außerdem stellen 210 Fabriken 
halbseidene und halbwollene gemischte 
Stosse mit 433 mechanischen und 2983 
Handstühlen sowie 5475 Arbeitern her. 
Endlich sollen bei der Hausweberei unge 
lähr 226,889 Stühle in Thätigkeit sein. 
Die Gerberei, eine der wichtigsten In 
dustrien und gestützt durch das vorzügliche 
Gerbmaterial, wird in 1316 Unterneh 
mungen mit 10,734 Arbeitern betrieben, 
deren Jahresproduktion man auf 80 Mill. 
Degù 5(3083.1878:106,356 
à Felle im Wert von 21,3 Mill. Mk., 
àr auch zugleich große Posten halb und 
Ñ^u.Z gegerbter und lackierter Felle, er- 
Icheiut jedoch in der Ausfuhr nur mit 
Handschuhen im Wert von 3,i Mill. Mk. 
?^Şeifenfabriken besitzt I. 537 mit 
-084 Arbeitern, während die Ölfabrikativu 
'(37 lind die Stcarinlichtefabrikation 10 
Etablissements aufweist. Der Export von 
Seife aller Art übersteigt nicht den Wert 
von 1 Mill. Mk., dagegen ist die Ausfuhr 
von Öl höchst bedeutend. Außer dem schon 
aufgeführten Export von Olivenöl wer 
den Öle und Essenzen im Wert von 4,i 
Mill. Mk., im ganzen 1879 für 113,6 
Mill. Mk., ausgeführt. Aber der Import 
don andern Ölen ist ein ganz besonders 
Poßer. Außer Mineralölen, von denen 
1880 trotz eines auf 26,4 Mk. pro 100 kg 
erhöhten Zolles doch 576,000 Ctr. einge 
führt wurden, sehen wir noch andre Ole 
i» den Jmportlistcn mit einer Zunahme 
tzegen 1879 um 32,000 Ctr. Der Import 
wertete 1878 von Petroleum 10,5 Mill., 
Von andern Ölen ca. 15 Mill. Mk. Auf 
den, Gebiet der chemische „Industrie ist 
die Gewinnung von Borsäure aus den 
Muñen Toöcanas, von Weinstein und 
Eltroneusänre, vonChininsalzen nndChi- 
Uln sowie von Zündhölzern hervorzuheben, 
von welchen 1878 exportiert wurden lin 
Millionen Mark): 
Weinstein ..?,»! Zündhölzer. . 2,2 
Borsäure . . 2,8 | Chininsalze. . 1,9 
Diese Ausfuhren sind in stetem Wachsen, 
ebenso wie die Importe von Soda, Sän- 
ren und andern chemischen Prodnkten, 
von Anilinfarben. Die Papierindn- 
strie hat sich außerordentlich entwickelt; 
sie zählt 521 Fabriken, welche 13,980 
Pferdekräfte, 95 Maschinen für Papier 
ohne Ende, 73 Tambourmaschincn, 988 
Bütten sowie 17,312 Arbeiter beschäftigen. 
Weißes, buntes, vergoldetes, Lösch-und 
Packpapier wird exportiert. Bon Papier- 
aller Sorten wurden 1880: 80,000 Etr. 
ausgeführt, dabei betrug der Mehrerport 
von Lumpen 3200 Ctr. In der Glas 
industrie ist I. immer noch vom Aus 
land abhängig; nur durch seine Erzeu 
gung von Schmelz- und Glasperlen (K011- 
terien), welche in Venedig und ans der 
Insel Murano 5000 Leute beschäftigt, be 
herrscht es den Weltmarkt. 1879 führte 
cs dergleichen Waren für 4 Mill. Mk. 
ans. 1880 stieg die Ausfuhr um 14,400 
Ctr. Die Produkte der keramischen 
Industrie (Terrakotten) sind ausgezeich 
net, der Bedarf wird aber keineswegs ge 
deckt. Sehr wichtig ist endlich die S t roh - 
warenfabrikatron, namentlich die Fa 
brikation von Strohhüten in Florenz und 
Umgebung. Dieselben werden nach allen 
Weltteilen ausgeführt. Wie bedeutend 
die Produktion ist, zeigen die nachstehen 
den Ziffern. Es wurden 1878 ausgeführt: 
Strohgeflechte für 14,5 Mill., nicht gar 
nierte Strohhüte für 11,5 Mill. Mk. Bon 
den vom Staat betriebenen und mono 
polisierten Industriezweigen sind zu nen 
nen: 48 Werkstätten der Staatsbahnen 
mit 6403 Arbeitern, 18 Tabakmanusak- 
tnrcn mit 479 Pferdekräften und 15,654 
Arbeitern u. a. Die übrigen Industrien 
sind wenig bedeutend. Für Znckcrrafsi- 
nerie besteht nur ein großes Etablisse 
ment: die Società Ligure-Lombarda; der 
Jinport betrug aber 1879 von raffinier 
tem Zucker 22,6 Mill., von nicht raffi 
niertem 36 Mill. Mk. Bierbrauerei und 
Branntweinbrennerei sind sehr schwach 
vertreten; von Bier, das ein sehr beliebtes
	        
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