Full text : Fortschritt und Armut

Kap.  IV.

Die  Erwartungen  vom  materiellen  Fortschritt.

Ist5

es  womöglich  zu  besitzen,  und  wo  ungeheure  Strecken  Landes  disponibel
sind,  wirkt  sie  mit  ungeheurer  Kraft.
Das  immense  Gebiet,  über  welches  die  Bevölkerung  der  vereinigten ­
  Staaten  zerstreut  ist,  beweist  dies.  Der  Mann,  welcher  von
der  Gstküfte  sich  nach  der  Grenze  des  Anbaues  auf  den  Weg  macht,  wo
er  Land  ohne  Zahlung  einer  Rente  erhalten  kann,  muß,  gleich  dem
Manne,  der  über  den  Fluß  schwamm,  um  sich  einen  Trunk  zu  holen,
weite  Strecken  über  nur  halb  beackerte  Besitzungen  zurücklegen,  große
Gebiete  jungfräulichen  Bodens  durchkreuzen,  ehe  er  den  Punkt  erreicht,
wo  Land  ohne  Rente,  d.  h.  durch  Besitznahme  oder  Vorkaufsrecht  zu
haben  ist.  Er  (und  mit  ihm  die  Grenze  des  Anbaues)  wird  durch  die
Spekulation,  welche  in  Erwartung  einer  künftigen  Wertsteigerung  diese
unbenutzten  Ländereien  ankaust,  so  viel  weiter  Hinausgetrieben,  als  er
sonst  hätte  gehen  müssen.  Und  läßt  er  sich  nieder,  so  wird  auch  er  wiederum
wenn  er  kann,  mehr  Land,  als  er  gebraucht,  nehmen  in  dem  Glauben,
daß  es  bald  wertvoll  werde;  und  so  werden  die,  welche  nach  ihm  kommen,
wiederum  weiter  Hinausgetrieben,  als  die  Erfordernisse  der  Produktion
es  verlangen,  und  drängen  die  Grenze  des  Anbaues  auf  noch  unergiebigere,
weil  noch  entferntere  Punkte.
Dieselbe  Erscheinung  ist  in  jeder  schnell  wachsenden  Stadt  zu  beobachten. ­
  würde  das  Land  besserer  «Dualität  (in  bezug  aus  Lage)  immer
vollständig  benutzt,  ehe  man  zu  geringerem  Lande  greift,  so  würden,
sobald  eine  Stadt  sich  ausgedehnt,  keine  Plätze  unbebaut  bleiben,  noch
würden  wir  elende  pütten  mitten  unter  kostbaren  Gebäuden  finden.
Diese  Plätze,  oft  überaus  wertvoll,  werden  der  Benutzung,  oder  wenigstens
der  vollständigen  Benutzung  vorenthalten,  weil  ihre  Besitzer  nicht  imstande ­
  sind,  oder  nicht  den  Wunsch  haben,  sie  zu  bebauen,  und  in  Erwartung ­
  einer  Steigerung  der  Landwerte  vorziehen,  sie  zu  höheren  Preisen
zu  behalten,  als  jetzt  von  denen,  welche  sie  zu  bebauen  geneigt  wären,
Zu  erhalten  sind.  Und  infolge  davon,  daß  diese  Grundstücke  der  Benutzung ­
  beziehungsweise  der  vollen  Benutzung,  deren  sie  fähig  sind,
vorenthalten  werden,  wird  die  Grenze  der  Stadt  um  soviel  weiter  von
ihrem  Mittelpunkte  weggedrängt.
Erreichen  wir  aber  die  Grenzen  der  wachsenden  Stadt  —  die  faktische
Grenze  der  Bebauung,  die  der  Grenze  des  Anbaues  beim  Ackerbau
entspricht  —,  so  werden  wir  kein  Land  zum  landwirtschaftlichen  werte
käuflich  finden,  wie  es  der  Fall  sein  würde,  wenn  die  Grundrente  einfach
durch  die  Erfordernisse  der  Gegenwart  bestimmt  würde;  wir  werden
vielmehr  finden,  daß  auf  eine  weite  Entfernung  über  die  Stadt  hinaus
das  Land  einen  spekulativen  wert  hat,  der  sich  auf  den  Glauben  gründet,
daß  es  künftig  zu  städtischen  Zwecken  gebraucht  werden  wird,  und  daß,
um  den  Punkt  zu  erreichen,  wo  Grundstücke  zu  einem,  nicht  auf  die
städtische  Grundrente  basierten  Preise  käuflich  sind,  wir  sehr  weit  über
die  gegenwärtige  Grenze  der  städtischen  Benutzung  hinausgehen  müssen.
Dder,  um  einen  Fall  anderer  Art  zu  nehmen,  wovon  ähnliche
;3*
            
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