Object: Das Jungdeutsche Manifest

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XIV. Abschnitt 
Einzelfragen 
Der Flaggenstreit 
Die Revolution von 1918 beseitigte mit den Hoheitszeichen des 
Staates auch die Reichsflagge. An ihre Stelle wurde zunächst die 
rote Fahne als Siegeszeichen der Revolution aufgepflanzt. Die 
Nationalversammlung beseitigte die rote Fahne als Wahrzeichen der 
Republik. Aus Gründen der revolutionären Entwicklung war sie 
nicht in der Lage, die schwarzweißrote Fahne als Hoheitszeichen der 
Republik wieder einzuführen. Es wurde infolgedessen eine neue Reichs— 
kahne mit den Farben Schwarz-Rot-Gold gewählt. 
Diese Fahne sollte ein Sinnbild der Anknüpfung 
des neuen Deutschland an die Freiheitsbewegung des 
19. Jahrhunderts sein. Die Entwicklung hat dieses 
Wollen zunichte gemacht. 
Die beiden Fahnen schwarzweißrot und schwarzrotgold sind zu 
Wahrzeichen der Volksspaltung geworden. Der Geist von Potsdam 
nimmt die schwarzweißrote Fahne als Wahrzeichen für sich in An— 
spruch. Der Geist von Weimar versinnbildlicht sich in weitesten Volks⸗ 
kreisen unter den Farben Schwarz-Rot-Gold. Die Flaggenfrage ist in 
die parteipolitischen Kämpfe hineingezogen. Mit der Errichtung des 
Volksstaates ist die Volksspaltung beseitigt. Der Wiedervereinigung der 
Nation muß ein äußerer Ausdruck gegeben werden. 
Der Jungdeutsche Orden zollt der verfassungsmäßig festgestellten 
Reichsflagge die gebührende Hochachtung. Wenn es aber nicht gelingt, 
den Streit um die äußeren Hoheitszeichen zum Abschluß zu bringen, 
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