Full text: Fortschritt und Armut

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Buch VI. 
Das Heilmittel. 
Leistungsfähigkeit in einer Arbeitsbranche Vorteile bringen, die aber 
verloren gehen, sobald diese Fortschritte so allgernein werden, daß sie 
die Gesamtverhältnisse der Verteilung beeinflussen. And in Wahrheit 
vermag die Assoziation, außer vielleicht in erziehlicher Beziehung, keine 
allgemeinen Resultate hervorzubringen, welche nicht auch die Konkurrenz 
hervorbringen wird. Die billigen Läden, die Barzahlung bedingen, 
haben auf die Preise eine ähnliche Wirkung, wie die Konsumvereine, 
und so führt auch die Konkurrenz in der Produktion zu einer ähnlichen 
Ausgleichung der Kräfte und Teilung der Erträge, wie die Produktions 
assoziation. Daß zunehmende Produktivkraft den Lohn der Arbeit 
nicht erhöht, daran ist nicht die Konkurrenz, sondern die einseitige Kon 
kurrenz schuld. Der Grund und Boden, ohne welchen keine Produktion 
stattfinden kann, ist monopolisiert und die Konkurrenz der Produzenten 
um seine Benutzung drängt den Lohn auf ein Minimum und verleiht 
den Grundbesitzern den Vorteil zunehmender Produktivkraft in höheren 
Renten und gesteigerten Grundwerten. Man zerstöre dies Monopol, 
und die Konkurrenz kann nur noch das Ziel verfolgen, welches die Asso 
ziation erstrebt — jedem zu geben, was er verdient. Man zerstöre dies 
Monopol, und der Gewerbfleiß muß eine Assoziation gleicher werden. 
5. Von der Leitung und Einmischung der Regierung. 
Die Grenzen, in welchen ich dieses Buch zu halten wünsche, werden 
keine detaillierte Prüfung der Methoden gestatten, die man vorge 
schlagen hat, um die Armut durch staatliche Regulierung des Gewerb- 
fleißes und der Vermögensanhäufung zu lindern oder auszurotten, 
und die in ihrer weitgehendsten Form sozialistisch genannt werden. 
Auch dies ist unnötig, denn ihnen allen kleben dieselben Mängel an. 
Diese Mängel liegen in dem Ersatz des Spiels der individuellen Tätigkeit 
durch Staatsleitung und in dem Versuch, durch Zwang zu erreichen 
was durch Freiheit besser zu erreichen ist. Aber das Richtige an den 
sozialistischen Zdeen werde ich später einiges zu sagen haben, aber es ist 
klar, daß alles, was nach Verordnung und Zwang schmeckt, an sich schlecht 
ist und nicht in Betracht gezogen werden sollte, solange sich irgendein 
anderer Modus darbietet, dasselbe Ziel zu erreichen. Greifen wir z. B. 
eine der einfachsten und mildesten von den bezüglichen Maßregeln 
heraus —die progressive Einkommensteuer. Das Ziel, welches sie erstrebt, 
die Verminderung oder Behinderung ungeheurer Reichstumsansamm- 
lungen, ist gut; aber das Mittel involviert die Anstellung vieler, mit 
inquisitorischen Befugnissen ausgerüsteter Beamten; Versuchungen zu 
Bestechung, Meineid und allen anderen Mitteln, die Steuer zu umgehen,, 
wodurch Demoralisation erzeugt und eine Prämie auf Gesinnungslosig 
keit, sowie eine Steuer auf Gewissenhaftigkeit gelegt wird; endlich eine,, 
genau in dem Verhältnisse, wie die Steuer ihren Zweck erfüllt, ein 
tretende Verminderung des Reizes zur Vermögensanhäufung, der einL
	        
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