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,Die Wirtschaftliche Dimension",
10. Vom indirekten Tausch „übers Kreuz“ der Übergang zum Wett
bewerb der Händler. Bildung eines eigentlichen, preisgebärenden Marktes
und einer vernunftmäßigen Verkehrssitte, innerhalb der von der Allgemeinheit
scharf abgehobenen Händlerschaft.
11. Die Wirtschaftliche Dimension entspringt dem praktischen Problem,
den „Erwerb als Rechnung“ zu ermöglichen, im Wege einer Normalisierung
jener mehrfachen Norm des Tausches, die schon mit den verworrenen, sitte
gemäßen Austauschverhältnissen vorlag.
12. Die Wirtschaftliche Dimension hängt am Vorhandensein einer Einheit
des Zählens. Der Lieferant dieser Einheit tritt als Zählgeld in Kraft, auf
Grund der Rechengeld-Eigenschaft des betreffenden Trägers der Einheit.
Wirtschaftliche Dimension im notwendigen Bunde mit Zählgeld, als die Grund
steine der Verkehrssitte innerhalb der Händlerschaft.
13. Zählgeld führt zu Geld als Tat, zum Zahlen, womit es in der Rolle
als Zahlgeld auftritt.
14. „Zahlgeld“ spielt ein Objekt kraft seiner Bargeldeigenschaft, im
Sinne der jedermann willkommenen Gegengabe. Erst Zahlgeld wird nachher
im engeren zum „Tauschmittel“.
15. Das Eingreifen des Zahlgeldes wandelt den Tausch zum eigentlichen,
geldbewegenden Kauf. Spaltung der Rollen beim Tausche, Käufer und Ver
käufer. Der Kauf, als Tausch auf dem kürzesten Umweg erstrebt, wandelt
sich zum geraden Weg des Tauschens.
16. Die Händlerschaft erzieht die Allgemeinheit zu einem Denken in
Wirtschaftlicher Dimension und Geldgrößen. Darüber hinaus verharrt unbe
irrbar der Gegensatz zwischen Erwerbs- und Wirtschaftsführung: dort auf das
Maximum des „Ertrags“ abzielend, hier auf ein Optimum, Einklang zwischen
Bedarf und Deckung. Von der Dienenden und Werbenden, Strömenden und
Kreisenden Habe.
17. Der Tausch, zunächst nur durch den Erwerb für dessen Zwecke
gefördert, während sich die Wirtschaftsführung ihm gegenüber spröde verhält;
bis mit einbrechender „Erwerbswirtschaft“ die Allkäuflichkeit vorwaltet und
so auch „Wirtschaft als Rechnung“ möglich wird.
18. Dann erst schmiegt sich der zum geldbewegenden Kauf gewandelte
Tausch auch dem Allzusammenhang der Wirtschaft ein, die nunmehr über
ihn hinweg geführt wird, so daß er zum tragenden Vorgang des ganzen
Wirtschaftslebens aufsteigt. Verkehrsmäßiges Verhältnis zwischen Ingebilden
und Umgebilde. Die Wirtschaftliche Dimension aber gestaltet sich gemäß
dem Ausgleich zwischen Bedarf und Deckung innerhalb des ganzen Verkehrs
kreises, im Geiste der Verbürgung von Dauer und Bestand.