Full text : Fortschritt und Armut

Das  Heilmittel.

Buch  VI.

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fein  und  zwar  eine  Linderung,  die  die  Anwendung  einer  Heilkur  verhindern ­
  würde.  Ebensowenig  sind  ffeiltmiiel  beachtenswert,  die  nicht
mit  der  natürlichen  Richtung  der  sozialen  Entwicklung  zusammenfallen
und,  sozusagen,  mit  der  Strömung  der  Zeiten  schwimmen.  Daß  die  Konzentration
  mit  der  natürlichen  Entwicklung  übereinstimmt,  darüber
kann  kein  Zweifel  sein  —  die  Konzentration  der  Menschen  in  großen
Städten,  der  Gewerbe  in  großen  Fabriken,  des  Transports  durch  Eisenbahnen ­
  und  Dampferlinien  und  der  ländlichen  Arbeiter  auf  großen
Feldern.  Selbst  die  unbedeutendsten  Geschäftszweige  werden  auf  dieselbe ­
  Weise  konzentriert  —  Gesellschaften  beschäftigen  Dienstleute  und
befördern  Reisetaschen.  Alle  Strömungen  der  Zeit  laufen  auf  Konzentration ­
  hinaus.  Um  ihr  erfolgreich  zu  widerstehen,  müßten  wir  den
Dampf  ersticken  und  die  Elektrizität  aus  dem  menschlichen  Dienst  entlassen. ­


Kapitel  II.
Das  wahre  Heilmittel.
wir  haben  die  ungleiche  Güterverteilung,  die  der  Fluch  und  die
Bedrohung  der  modernen  Zivilisation  ist,  auf  die  Einrichtung  des  Privateigentums ­
  an  Grund  und  Boden  zurückgeführt,  wir  haben  gesehen,
daß,  solange  diese  Einrichtung  besteht,  keine  Vermehrung  der  Produktionskraft ­
  den  Massen  dauernd  zugute  kommen  kann,  sondern  im  Gegenteil
einen  weiteren  Druck  auf  ihre  Lage  bewirken  muß.  wir  haben,  außer  der
Abschaffung  des  Privatgrundbesitzes,  alle  Heilmittel  geprüft,  die  man
gewöhnlich  behufs  Erleichterung  der  Armut  und  besserer  Verteilung  der
Güter  empfiehlt  und  haben  sie  sämtlich  unwirksam  oder  unausführbar
befunden.
Es  gibt  nur  einen  weg,  ein  Abel  zu  entfernen  und  der  ist,  dessen
Ursache  zu  beseitigen.  Die  Armut  wird  tiefer,  je  mehr  der  Reichtum
zunimmt,  und  die  Löhne  werden  niedergehalten,  während  die  Produktionskraft ­
  wächst,  weil  das  Land,  welches  die  Quelle  aller  Güter  und  das
Feld  aller  Arbeit  ist,  monopolisiert  wird.  Um  die  Armut  auszurotten,
um  die  Löhne  zu  dem  zu  machen,  was  sie  von  Rechts  wegen  sein  sollten,
zum  vollen  Ertrag  der  Arbeit,  müssen  wir  daher  an  die  Stelle  des  individuellen ­
  Grundbesitzes  den  gemeinsamen  Besitz  setzen.  Nichts  anderes
wird  bis  zur  Ursache  des  Übels  reichen,  in  nichts  anderem  sonst  ist  die
geringste  Hoffnung.
Dies  also  ist  das  Heilmittel  für  die  ungerechte  und  ungleiche  Güterverteilung ­
  der  modernen  Zivilisation  und  für  all  die  Übel,  die  daraus
entspringen:
Wir.  müssen  den  Grund  und  Boden  zum  Gemeingut ­
  machen.
            
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