Full text : Fortschritt und Armut

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Die  Gerechtigkeit  des  Heilmittels.  Buch  VII.

besser  gekleidet,  besser  genährt  und  besser  init  Wohnungen  versorgt
waren,  daß  sie  weniger  Sorgen  und  mehr  Vergnügungen  und  Genüsse
des  Lebens  hatten  als  die  ländlichen  Arbeiter  Englands,  darüber  kann
kein  Zweifel  bestehen,  und  selbst  in  den  Städten  des  Nordens  konnten
auf  Besuch  verweilende  Sklavenhalter  Dinge  sehen  und  hören,  die
unter  dem,  was  sie  ihre  Arbeitsorganisation  zu  nennen  pflegten,  unmöglich ­
  waren.  In  den  Südstaaten  würde  in  den  Zeiten  der  Sklaverei
der  Lserr,  welcher  seine  Neger  gezwungen  hätte,  so  zu  arbeiten  und  zu
leben,  wie  große  Klassen  freier,  weißer  Männer  und  Frauen  in  freien
Ländern  es  müssen,  als  infam  angesehen  worden  sein,  und  wenn  ihn
die  öffentliche  Meinung  nicht  zurückgehalten  hätte,  so  würde  es  sein
eigenes  selbstsüchtiges  Interesse  an  der  Erhaltung  der  Gesundheit  und
Kraft  seines  lebenden  Besitzes  getan  haben.  Aber  in  London,  New  pork
und  Boston,  unter  Leuten,  die  Gut  und  Blut  daran  gesetzt  haben,  und
wieder  daran  setzen  würden,  um  den  Sklaven  frei  zu  machen,  wo  niemand
öffentlich  einem  Tiere  zu  nahe  treten  dürste,  ohne  sich  der  Gefangennehmung
  und  Bestrafung  auszusetzen,  kann  man  barfüßige  und  zerlumpte ­
  Kinder  selbst  im  Winter  auf  den  Straßen  umherirren  sehen,
und  in  schmutzigen  Dachkammern  und  ekelhaften  Kellern  arbeiten  sich
Frauen  schwindsüchtig  für  Löhne,  die  nicht  ausreichen,  um  ihnen  wärme
und  Nahrung  zu  verschaffen.  Ist  es  ein  wunder,  daß  den  Sklavenhaltern ­
  des  Südens  das  verlangen  nach  der  Abschaffung  der  Sklaverei
wie  das  Gewinfel  der  peuchelei  vorkam?
Und  jetzt,  wo  die  Sklaverei  abgeschafft  ist,  finden  die  Pflanzer
des  Südens,  daß  sie  keinen  Verlust  erlitten  haben.  Ihr  Besitz  des  Landes,
auf  welchem  die  Freigelassenen  leben  müssen,  gibt  ihnen  praktisch  ebensoviel ­
  Verfügung  über  Arbeit  als  vordem,  während  sie  von  einer  bisweilen ­
  sehr  kostspieligen  Verantwortlichkeit  befreit  find.  Die  Neger
haben  allerdings  die  Wahl  auszuwandern,  und  es  scheint  jetzt  eine
große  Bewegung  dieser  Art  beginnen  zu  wollen;  aber  wenn  die  Bevölkerung ­
  sich  vermehrt  und  der  Grund  und  Boden  teurer  wird,  werden
die  Pflanzer  einen  verhältnismäßig  größeren  Anteil  von  dem  Verdienste
ihrer  Arbeiter  erhalten  als  unter  dem  System  des  Sklavenbesitzes,
und  die  Arbeiter  einen  geringeren  Anteil;  denn  unter  dem  System  der
Sklaverei  bekamen  die  Neger  wenigstens  genug,  um  sie  bei  guter  Gesundheit ­
  zu  erhalten,  während  es  in  Ländern,  wie  England,  große
Klassen  von  Arbeitern  gibt,  die  das  nicht  haben.*)
Die  Einflüsse,  welche  sich  stets  geltend  machen,  wo  ein  persönliches ­
  Verhältnis  zwischen  Herrn  und  Sklaven  besteht,  um  die  Skla*) ­
  Liner  der  Anti-  Sklaverei-Agitatoren  (Oberst  ).  A.  Lollins)  hielt  vor  einer  großen
Versammlung  in  einer  schottischen  Fabrikstadt  eine  Rede  und  schloß,  wie  er  es  in  den
vereinigten  Staaten  gewöhnt  war,  damit,  die  Rationen  anzugeben,  welche  die  Gesetze
einiger  Südstaaten  als  Minimum  des  Unterhalts  für  einen  Sklaven  feststellten.  Lr
entdeckte  sofort,  daß  er  darnit  auf  viele  seiner  Zuhörer  eine  ganz  andere  Wirkung  hervorbrachte
  als  er  sie  beabsichtigte.
            
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