Full text : Fortschritt und Armut

Kap.  III.  Das  Gesetz  des  menschlichen  Lorischrittes.  367“

neuer  Fortschritte  gemacht  wird.  Allerdings  kann  es  durch  das  Denken
seiner  Leibesgröße  keine  Elle  hinzufügen,  aber  er  kann  durch  Denken
seine  Kenntnis  des  Weltalls  und  seine  Macht  über  dasselbe  in  einem,,
soweit  wir  sehen  können,  unendlichen  Grade  ausdehnen.  Die  kurze
Spanne  Zeit  des  menschlichen  Lebens  erlaubt  dem  einzelnen  nur  eine
kleine  Strecke  zu  gehen,  aber  wenn  auch  jede  Generation  nur  wenig,
vermag,  so  können  doch  die  Generationen  mit  Lsilfe  der  Errungenschaften
ihrer  Vorgänger  allmählich  den  Status  der  Menschheit  erhöhen,  wie  die
Korallenpolypen,  indem  sie  eine  Generation  auf  das  Werk  der  anderen
bauen,  sich  allmählich  vom  Grunde  des  Meeres  emporheben.
Die  geistige  Kraft  ist  daher  das  bewegende  Prinzip  des  Fortschrittes
und  die  Menschen  schreiten  nach  dem  Verhältnis  der  dabei  aufgewendeten
geistigen  Kraft  vor,  der  geistigen  Kraft,  die  der  Ausdehnung  des  Wissens,
der  Vervollkommnung  der  Methoden  und  der  Verbesserung  der  sozialen
Verhältnisse  gewidmet  ist.
Nun  ist  die  geistige  Kraft  eine  bestimmte  Vuantitüt,  d.  h.  es  gibt
für  die  Arbeit,  welche  ein  Mensch  mit  seinem  Geiste  verrichten  kann,
ebensowohl  eine  Grenze  wie  für  die  Arbeit  seines  Körpers,  und  die  für
den  Fortschritt  verfügbare  geistige  Kraft  besteht  daher  nur  in  dem  Reste,
der  nach  dem,  was  für  andere  Zwecke  als  die  des  Fortschrittes  gebraucht
wird,  übrig  bleibt.
Die  nicht  progressiven  Zwecke,  für  welche  geistige  Kraft  verbraucht
wird,  können  als  Erhaltung  und  Kampf  gekennzeichnet  werden.  Unter
Erhaltung  verstehe  ich  nicht  nur  den  Unterhalt  des  Daseins,  sondern  die
Bewahrung  der  sozialen  Stellung  und  schon  erzielter  Fortschritte.
Unter  Kampf  verstehe  ich  nicht  nur  Kriegführung  und  Vorbereitung  zum
Kriege,  sondern  alle  Verausgabung  geistiger  Kraft  beim  Erstreben  der
Bedürfnisbefriedigung  auf  Kosten  anderer  und  beim  widerstand  gegen
solche  Angriffe  von  seiten  anderer.
Um  die  Gesellschaft  mit  einem  Boote  zu  vergleichen,  so  wird  dessen
Fortschritt  durch  das  Wasser  nicht  von  den  Anstrengungen  der  Mannschaft ­
  abhängen,  sondern  von  dem  Teil  der  Anstrengungen,  der  der
Vorwärtsbewegung  gewidmet  ist.  Dieser  Teil  wird  durch  jeden  Kraftaufwand ­
  vermindert,  der  etwa  zum  Ausschöpfen  oder  zum  Streit
untereinander  oder  zum  Rudern  in  anderen  Richtungen  gebraucht  wird.
Da  nun  in  einem  abgeschlossenen  Zustande  die  ganzen  Kräfte  des
Klenfchen  erforderlich  sind,  um  das  Dasein  zu  erhalten,  und  da  geistige
Kraft  für  höhere  Zwecke  nur  frei  wird  durch  die  Verbindung  von  Menschen
Zu  Gemeinschaften,  welche  die  Teilung  der  Arbeit  und  alle  die,  durch  das
Zusammenwirken  größerer  Menschenmengen  bewirkten  Ersparnisse
Sestatten,  so  ist  die  Vereinigung  das  erste  Erfordernis  des  Fortschrittes.
Die  Vervollkommnung  wird  möglich,  sowie  Menschen  zu  friedlicher
Bereinigung  zusammenkommen,  und  je  umfassender  und  enger  die
Berbindung,  desto  größer  die  Möglichkeiten  der  Vervollkommnung.
Dnd  da  die  unnütze  Verwendung  geistiger  Kraft  im  Kampfe  größer  oder
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.