Kap. III.
Der Lohn wird nicht dem Kapital entnommen.
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sächlich aber beschaffen sich die Arbeiter ihr Frühstück und die Kleider,
nrit welchen sie auf Arbeit gehen, in der Regel selbst, und eine weitere
Tatsache ist, daß das Kapital sin dem 5inne, in welchem das Mort
im Gegensatz zur Arbeit gebraucht wird) in Ausnahmefällen wohl
gewillt, aber niemals gezwungen ist, den Arbeitern Vorschüsse zu leisten,
ehe die Arbeit begonnen hat. Unter der ungeheuren Zahl unbeschäf
tigter Arbeiter in der ganzen zivilisierten Welt ist vielleicht nicht ein
einziger, der, wenn er arbeiten will, nicht auch ohne Lohnvorschuß
zu bekommen wäre. Lin großer Teil würde zweifelsohne gern zu
Bedingungen arbeiten, die eine Lohnzahlung nicht vor Schluß des
Monats erfordern würden; nur wenige würde es geben, die nicht in
gewohnter Weise bis Ende der Woche auf ihren Lohn warten wollten,
aber sicherlich würde keiner darunter sein, der nicht bis zum Lnde des
Tages oder wenigstens bis zur nächsten Essenszeit warten würde. Die
genaue Zeit der Lohnzahlung ist unwesentlich, die Hauptsache — der
Punkt, auf den ich das Hauptgewicht lege —ist, daß sie nach der Leistung
der Arbeit erfolgt.
Die Lohnzahlung involviert somit stets die voraufgehende Arbeits
leistung. Was aber bedeutet die Arbeitsleistung in der Produktion?
Augenscheinlich die pervorbringung von Gütern, die, wenn sie um
getauscht oder zur Produktion verwendet werden sollen, Kapital sind.
Deshalb setzt die Zahlung von Kapital im Lohn eine Produktion von
Kapital durch die Arbeit voraus, für welche der Lohn gezahlt wird.
Und da der Arbeitgeber gewöhnlich einen Gewinn erzielt, so ist bic
Lohnzahlung, sofern er in Betracht kommt, nur die Erstattung eines
Teils des Kapitals, das er durch die Arbeit gewonnen hat, an den Ar
beiter. Sofern der Arbeiter in Betracht kommt, ist die Lohnzahlung
nur der Empfang eines Teils des Kapitals, welches feine Arbeit vorher
geschaffen hat. Da der als Lohn gezahlte Betrag somit für einen durch
die Arbeit erzeugten wert ausgetauscht wird, wie kann da gesagt werden,
daß der Lohn aus dem Kapital entnommen oder von demselben vor
geschossen werde? Da im Austausch von Arbeit gegen Lohn der Arbeit
geber das durch die Arbeit erzeugte Kapital stets eher bekommt, als er
Kapital im Lohn auszahlt, zu welchem Zeitpunkte ist da sein Kapital
auch nur vorübergehend vermindert?*)
*) Ich rede der größeren Klarheit wegen nur von der kapitalerzeugenden Arbeit.
Die Arbeit schafft stets Güter (die Kapital sein können oder nicht) oder leistet Dienste,
und die Fälle, in denen nichts erzielt wird, sind bloße Ausnahmen infolge unglücklicher
Zufälle, wo der Zweck der Arbeit nur die Befriedigung eines Bedürfnisses des Arbeit
gebers ist, wie z. B. wenn ich einen Illann annehme, um mir die Stiefel putzen zu lassen,
zahle ich den Lohn dafür nicht aus einem Kapital, sondern aus Gütern, die ich nicht zu
produktiven Zwecken, sondern zur Konsumtion für mich selber bestimmt habe. Selbst
wenn die so gezahlten Löhne als aus dem Kapital entnommen betrachtet werden, gehen
sie durch jene Handlung aus derKategorie des Kapitals in die Kategorie der zum Konsum
des Besitzers bestimmten Güter über, gerade als wenn ein Zigarrenhändler aus seinem
Lager ein Dutzend Zigarren nimmt und sie zum eigenen Verbrauch in die Tasche steckt.