Full text : Fortschritt und Armut

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Kap.  III.

Der  Lohn  wird  nicht  dein  Kapital  entnoinnien.

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Arbeitsprodukt  vollendet  oder  selbst  nur  über  die  ersten  Anfänge  hinausgeführt ­
  ist,  keine  Ausnahme  von  der  Regel  bilden,  dis  so  klar  zutage
liegt,  wo  das  Produkt  vollendet  ist,  ehe  die  Löhne  gezahlt  werden.
Gehe  ich  zu  einem  Makler,  um  Silber  gegen  Gold  umzuwechseln,
so  lege  ich  mein  Silber  hin,  welches  er  zählt  und  weglegt,  worauf  er
mir  das  Äquivalent  in  Gold,  minus  seiner  Kommission  gibt.  Schießt
der  Makler  mir  dabei  Kapital  vor?  Augenscheinlich  nicht,  was  er  zuvor
in  Gold  hatte,  hat  er  nun  in  Silber,  plus  seinem  Gewinn.  And  da  er
das  Silber  bekam,  ehe  er  das  Gold  auszahlte,  so  findet  seinerseits  selbst
nicht  ein  zeitweiliger  Kapitalvorschuß  statt.
Dies  Verfahren  des  Maklers  ist  aber  genau  dasselbe,  wie  das  des
Kapitalisten,  wenn  er,  in  Fällen  wie  die  uns  jetzt  beschäftigenden,  Kapital
in  Löhnen  auszahlt.  Da  die  Arbeitsleistung  der  Lohnzahlung  voraufgeht, ­
  und  da  die  produktive  Arbeitsleistung  die  Schaffung  von  wert
in  sich  schließt,  so  empfängt  der  Arbeitgeber  wert,  ehe  er  wert  auszahlt ­
  —  er  tauscht  bloß  Kapital  in  einer  Form  gegen  Kapital  in  einer
anderen  Form  ein.  Denn  die  Wertschöpfung  hängt  nicht  von  der  Vollendung ­
  des  Produktes  ab;  sie  findet  bei  jeder  Stufe  des  Produktionsprozesses ­
  als  unmittelbares  Ergebnis  der  Aufwendung  von  Arbeit  statt,
und  der  Prozeß,  in  welchem  Arbeit  beschäftigt  ist,  mag  daher  noch  so
lange  dauern,  stets  fügt  doch  die  Arbeit  durch  ihre  Anstrengung  dem
Kapital  etwas  hinzu,  ehe  sie  von  demselben  durch  ihre  Löhne  etwas
nimmt.
Pier  ist  ein  Schmied,  der  in  seiner  Schmiede  parken  macht.  Offenbar ­
  schafft  er  Kapital,  indem  er  dem  Kapital  seines  Arbeitgebers  parken
hinzufügt,  ehe  er  aus  demselben  Geld  als  Lohn  empfängt.  Pier  arbeitet
ein  Maschinenbauer  oder  Kesselschmied  an  den  Kielplatten  eines  eisernen
Dampfers.  Schafft  er  nicht  ebenso  offenbar  werte  und  Kapital?
Der  eiserne  Dampfer  wie  die  parke  sind  Güter,  sind  Werkzeuge  der
Produktion,  und  obgleich  der  eine  vielleicht  in  fahren  nicht  vollendet
werden  mag,  während  die  andere  in  wenigen  Minuten  angefertigt
wird,  so  ist  doch  in  dem  einen  wie  in  dem  anderen  Falle  jedes  Tagewerk
ganz  klar  eine  pervorbringung  von  Gütern,  eine  Vermehrung  des
Kapitals.  In  dem  Falle  des  Dampfers,  wie  in  dem  der  parke  schafft
der  letzte  Schlag  nicht  mehr  Wert  als  der  erste,  —  die  Wertschaffung
ist  eine  ununterbrochene,  sie  ergibt  sich  unmittelbar  aus  der  Aufwendung
von  Arbeit.
wir  sehen  dies  sehr  klar,  wo  es  durch  die  Arbeitsteilung  gebräuchlich
geworden  ist,  daß  die  verschiedenen  Teile  des  vollständigen  Perstellungsprozesses ­
  von  verschiedenen  Kategorien  von  Produzenten  ausgeführt
werden,  d.  h.  wo  wir  gewöhnt  sind,  den  Wertbetrag,  welchen  die
Arbeit  auf  einer  vorbereitenden  Produktionsstufe  geschaffen  hat,  zu
veranschlagen.  Und  ein  wenig  Nachdenken  wird  uns  beweisen,  daß  dies
bei  der  großen  Mehrheit  aller  Erzeugnisse  der  Fall  ist.  Nehmen  wir
ein  Schiff,  ein  Gebäude,  ein  Taschenmesser,  ein  Buch,  einen  Damen-
            
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