Full text : Fortschritt und Armut

Kap.  III.

Der  Lohn  wird  nicht  denr  Kapital  entnommen.

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end  eien  Schiffes  steht  an  Stelle  des  in  Löhnen  ausgezahlten  wertes.
Diese  Lohnzahlungen  enthalten  keinen  Kapitalvorschuß;  denn  die  Arbeit
seiner  Leute  erzeugt  und  verschafft  denr  Schiffbauer  während  der  Woche
oder  während  des  Monats  mehr  Kapital,  als  ihnen  am  Ende  der  Woche
oder  des  Monats  zurückgezahlt  wird,  wie  dies  die  Tatsache  beweist,
daß,  wenn  man  dem  Schiffbauer  zu  irgendeiner  Zeit  während  des
Baues  das  teilweise  fertige  Schiff  abkaufen  wollte,  er  einen  Vorteil
erwarten  würde.
Ebenso  findet  kein  Kapitalvorschuß  statt,  sobald  ein  Sutro-  oder
St.  Gotthard-Tunnel  oder  ein  Suez-Kanal  gebaut  wird.  Der  Tunnel
oder  Kanal  wird  während  des  Baues  gerade  so  gut  Kapital,  wie  das
zum  Bauen  verausgabte  Geld,  oder,  wenn  man  lieber  will,  das  bei
der  Arbeit  gebrauchte  Pulver,  die  Bohrer  rc.  oder  die  von  den  Arbeitern ­
  gebrauchten  Nahrungsmittel,  Kleider  rc.  —  was  durch  den
Umstand  bewiesen  wird,  daß  der  wert  des  Kapitalvermögens  der
Gesellschaft  sich  nicht  vermindert,  wenn  ihre  Geldbeftände  sich  nach  und
nach  zu  Kapital  in  Gestalt  eines  Kanals  oder  Tunnels  umwandeln.
Zm  Gegenteil  nimmt  es  wahrscheinlich  im  Durchschnitt  mit  dem  Fortgange ­
  des  Werkes  zu,  gerade  wie  das  bei  einer  geschwinderen  Produktionsart ­
  angelegte  Kapital  sich  durchschnittlich  vermehrt.
Und  so  ist  es  offenbar  auch  beim  Ackerbau.  Daß  die  Wertschaffung
nicht  auf  einmal  erfolgt,  wenn  die  Ernte  eingebracht  wird,  sondern
schrittweise  während  des  ganzen,  mit  der  Ernte  endigenden  Prozesses,
und  daß  mittlerweile  keine  Lohnzahlung  das  Kapital  des  Landwirts
vermindert,  zeigt  sich  handgreiflich  genug,  wenn  während  des  Produktionsprozesses ­
  Land  verkauft  oder  verpachtet  wird,  denn  ein  gepflügtes ­
  Feld  bringt  mehr  als  ein  ungepflügtes  und  ein  Acker  mit  Aussaat ­
  mehr  als  ein  nur  gepflügter.  Ls  ist  auch  handgreiflich  genug,  wenn,
wie  dies  bisweilen  geschieht,  Ernten  auf  dem  Palm  verkauft  werden,
oder  wenn  der  Bauer  nicht  selbst  erntet,  sondern  mit  dem  Besitzer  von
Mähmaschinen  kontrahiert.  Ls  ist  handgreiflich  in  dem  Falle  von  Obstgärten ­
  und  Weinbergen,  die,  obgleich  noch  nicht  tragend,  doch  ihrem  Alter
angemessene  preise  bringen.  Ls  ist  handgreiflich  in  dem  Falle  von
Pferden,  Rindvieh  und  Schafen,  deren  wert  mit  ihrem  Wachstum
steigt.  Und  wenn  sie  nicht  immer  handgreiflich  ist  zwischen  den,  wie
man  sie  nennen  kann,  üblichen  Austauschstadien  der  Produktion,  so  findet
diese  Wertvermehrung  doch  unstreitig  bei  jedem  Arbeitsaufwande  statt,
wo  deshalb  Arbeit  geleistet  wird,  ehe  Lohn  gezahlt  wird,  ist  der
Kapitalvorschuß  faktisch  seitens  der  Arbeit  geleistet,  und  wird  von  dem
Arbeiter  dem  Arbeitgeber,  nicht  aber  von  dem  Arbeitgeber  dem  Arbeiter
gemacht.
„Dennoch",  kann  man  einwenden,  „wird  in  solchen  Fällen,  wie
wir  sie  betrachtet,  Kapital  erfordert!"  Gewiß,  dies  bestreite  ich  keineswegs. ­
  Aber  es  ist  nicht  erforderlich,  um  den  Arbeitern  Vorschüsse  zu
            
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