Full text : Fortschritt und Armut

Kap.  IV.  Der  Unterhalt  der  Arbeiter  wird  nicht  dem  Kapital  entnommen.

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langt.  Nehmen  wir  z.  B.  die  Speisen  auf  dem  Frühstückstische  eines
Arbeiters,  der  heute  arbeiten  wird  oder  nicht,  je  nachdem  sich  die  Gelegenheit ­
  dazu  bietet,  wenn  die  Unterscheidung  zwischen  Kapital  und
Nichtkapital  in  dem  Unterhalt  produktiver  Arbeit  liegt,  sind  dann  diese
Speisen  Kapital  oder  nicht?  Der  Arbeiter  so  wenig  wie  ein  Denker  der
Ricardo-Millschen  Schule  kann  es  sagen,  auch  dann  nicht,  wenn  sie  schon
in  seinem  Magen  sind,  und  wenn  er  nicht  gleich  Arbeit  bekommt,  sondern
sich  weiter  danach  umtun  muß,  sogar  dann  noch  nicht,  wenn  sie  schon
in  das  Blut  und  die  Gewebe  übergegangen  sind.  Dennoch  wird  der
Mann  sein  Frühstück  unter  allen  Umständen  zu  sich  nehmen.
Dbschon  die  Sache  logisch  klar  ist,  wird  es  sich  doch  nicht  empfehlen,
hierbei  stehen  zu  bleiben  und  das  Argument  sich  um  den  Unterschied
zwischen  Gütern  und  Kapital  drehen  zu  lassen.  Auch  ist  es  nicht  nötig!
Der  Satz,  daß  die  gegenwärtige  Arbeit  durch  das  Produkt  vergangener
Arbeit  erhalten  werden  müsse,  wird  sich,  wie  mir  scheint,  bei  der  Analyse
nur  in  dem  Sinne  als  richtig  erweisen,  daß  die  Nachmittagsarbeit  mit
Hilfe  des  Mittagsmahls  verrichtet  werden,  oder  daß  der  Pass,  ehe  man
ihn  ißt,  gefangen  und  gebraten  werden  muß.  Offenbar  aber  ist  dies  nicht
der  Sinn,  in  welchem  der  Satz  benutzt  wird,  um  das  wichtige  Raifonnement,
  dem  er  als  Angelpunkt  dient,  zu  stützen.  Dieser  Sinn  ist  der,
daß,  ehe  eine  Arbeit  verrichtet  werden  kann,  die  nicht  sofort  verfügbare
Unterhaltsmittel  liefert,  ein  die  Arbeiter  während  der  Verrichtung
erhaltender  Vorrat  von  Lebensmitteln  vorhanden  sein  müsse.  Sehen
wir  zu,  ob  dies  richtig  ist.
Der  Nachen,  den  sich  Robinson  Lrusoe  mit  so  unendlicher  Mühe
machte,  war  eine  Produktion,  bei  welcher  seine  Arbeit  keinen  sofortigen
Ertrag  ergeben  konnte.  Aber  war  es  nötig,  daß  er,  bevor  er  begann,
einen  genügenden  Vorrat  von  Lebensmitteln  anhäufte,  die  ihn  ernähren
sollten,  während  er  den  Baum  fällte,  den  Nachen  aushöhlte  und  schließlich ­
  ins  Meer  ließ?  Keineswegs.  Ls  war  nur  nötig,  daß  er  einen  Teil
seiner  Zeit  der  Anschaffung  von  Nahrung  widmete,  während  er  einen
anderen  Teil  dem  Bau  des  Nachens  widmete.  Oder  nehmen  wir  an,
hundert  Mann  landeten  ohne  irgendwelche  Vorräte  in  einem  neuen
Lande,  wird  es  für  sie  nötig  sein,  einen  bis  zur  Ernte  ausreichenden
Vorrat  von  Lebensmitteln  anzuhäufen,  ehe  sie  mit  der  Bebauung  des
Bodens  beginnen  können?  Durchaus  nicht!  Es  wird  nur  nötig  sein,
daß  Fische,  wild,  Beeren  usw.  so  reichlich  vorhanden  sind,  daß  die  Arbeit
eines  Teils  der  hundert  genügt,  um  täglich  eine  für  den  Unterhalt
aller  genügende  Menge  zu  beschaffen,  und  daß  der  Sinn  der  Interessengemeinschaft ­
  und  gegenseitigen  hilfsbedürftigkeil  stark  genug  entwickelt
ist,  um  diejenigen,  welche  jetzt  die  Lebensmittel  gewinnen,  mit  denen
teilen  (tauschen)  zu  lassen,  deren  Anstrengungen  auf  zukünftigen  Lohn
gerichtet  sind.
was  richtig  ist  in  diesen  Fällen,  ist  in  allen  richtig.  Ls  ist  zur  Produktion ­
  von  Dingen,  die  nicht  als  Lebensmittel  benutzt  oder  nicht  sofort
            
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