Full text : Wirtschaft als Leben

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,Der  Wertgedanke“,

Dieser  Umstand  fordert  zwar  die  Kritik  heraus,  aber  er  gereicht  der
betreffenden  „Werttheorie“  durchaus  nicht  immer  zum  Schaden.  Denn
es  ist  der  Gedanke  an  eine  klare  und  logisch  einwurfsfreie  Sonderung
jener  beiden  Antworten  doch  nur  auf  Grund  der  Erfassung  des  Wertgedankens ­
  möglich,  schließt  sich  daher  unter  der  Herrschaft  der  überkommenen ­
  Anschauung  im  Grundsätze  aus.  Unter  der  letzteren  kann
immer  nur  ein  richtiger  Instinkt  jene  Sonderung  —  der  Tatsache
nach  —  eintreten  lassen;  ein  Instinkt,  in  bezug  auf  den  jedoch  der
Leser  nicht  immer  Schritt  zu  halten  braucht.  So  ist  es  möglich,  daß
gerade  diese  Sonderung,  weil  sie  für  das  herkömmliche  Denken  zu
subtil,  über  seine  Grenzen  hinausreichend  ist,  eher  als  Denkhindernis
empfunden  wird.  Während  sich  vielleicht  gerade  eine  „Werttheorie“
glatt  und  fließend  überlesen  läßt,  die  hier  nicht  viel  Federlesens  macht
und  sich  —  unbewußt  —  zugunsten  der  Klarheit  über  alle  verwickelten ­
  Rücksichten  auf  jene  Sonderung  hinwegsetzt.  So  möchte
ich  —  ohne  darauf  näher  eingehen  zu  können  —  die  übersichtliche
Klarheit  und  die  Faßlichkeit  der  „Werttheorie“  v.  Böhm-Bawerks
(nach  ihrer  Darstellung  in  Hild.-Conrads  Jahrbuch,  1886)  hauptsächlich
auch  auf  den  Umstand  zurückführen,  daß  er  die  —  grundsätzlich  zu
sondernden  —  Antworten  auf  die  Naive  Wertfrage  und  die  Zusatzfrage ­
  unbedenklich  einer  sehr  eingänglichen  und  packenden  systematischen ­
  Gliederung  einfügt:  seiner  Scheidung  zwischen  „subjektivem“  und
„objektivem  Wert“,  nach  dem  Vorbilde  F.  J.  Neu  man  ns.
Die  Kenntnis  dieses  Umstandes,  daß  in  den  „Beiträgen  zur  Wertlehre“ ­
  neben  der  Naiven  Wertfrage  meist  auch  jene  Zusatzfrage  ihre
Antwort  findet,  hat  nicht  bloß  die  eingangs  erwähnte  Bedeutung:  daß
erst  sie  bei  der  kritischen  Analyse  irgendeiner  gegebenen  „Werttheorie“ ­
  in  den  meisten  Fällen  eine  Wirrnis  ohne  Rest  auflösen  läßt,
vor  der  wir  sonst  ratlos  stünden.  Sie  ist  auch  in  einer  anderen  Hinsicht
von  großem  Interesse  für  uns.  Wir  haben  die  Wertforschung
dahin  bestimmt,  daß  bei  ihr  in  einer  Art  und  Weise  vorgegangen
würde,  als  ob  ihr  der  Wertgedanke  zugleich  Anlaß  und  Grundlage
wäre.  Das  letztere  trifft  aber  für  jene  Bestandteile  der  „Wertlehre“
nicht  zu,  die  uns  nur  als  Antwort  auf  die  theoretisch  setzbare  Zusatzfrage ­
  verständlich  werden.  Unter  die  Ergebnisse  einer  Forschung,  die
auf  der  Grundlage  des  Wertgedankens  vorgeht,  mischen  sich  dann  Ergebnisse ­
  eines  Forschens,  das  in  seiner  Durchführung  unabhängig
von  diesem  Gedanken  vorgeht.  Die  „Wertlehre“  darf  uns  daher  nicht
als  die  gegenständlich  gewordene  Wertforschung  in  völliger  Reinheit ­
  erscheinen,  sondern  durchsetzt  von  etwas,  das  sich  etwa  Wertkunde
  nennen  läßt  und  in  der  Antwort  auf  jene  gewisse  Zusatzfrage
            
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