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,Der Wertgedanke“,
Dieses höchst auffällige Überwiegen der Wertkunde im Rahmen
des Neumannschen „Beitrags zur Wertlehre“ deutet auf ein Verhältnis
hin, das uns in Anbetracht der bezüglichen erkenntnistheoretischen
Untersuchungen Neumanns durchaus verständlich würde, und
sich dahin kennzeichnen ließe, daß Neu mann eigentlich schon auf
halbem Wege ist, sich vom Wertgedanken loszusagen. Bei
allem Interesse, das wir in diesem Zusammenhänge einem solchen
Faktum entgegenbringen müssen, würde es doch viel zu weit führen,
dabei über bloße Andeutungen hinauszugehen. Auch fehlt es für den
gültigen Nachweis dieses Faktums hier noch an den nötigen Vorbedingungen.
Denn es bedürfte dazu nicht bloß einer scharfen Analyse*
der Neumannschen „Werttheorie“, sondern auch seiner „Preistheorie“,
und ganz besonders des Verhältnisses zwischen beiden. Hier
aber will ich nur zwei Dinge hervorheben.
Es wäre zunächst irrig, einen (unbewußten) Widerspruch Neumanns
gegen den Wertgedanken heraushören zu wollen, wenn er
sagt: „Jedem aber — so wurde es in der Neuzeit Sitte — war der
von ihm ins Auge gefaßte Wert: „der Wert“, neben dem wie selbstverständlich
kein anderer in Betracht kam. Nur „einen Wert“ gab es.
Und das war Jedem derjenige, zu welchem gerade seine besondere
Auffassung des überlieferten Sprachgebrauches oder das spezielle Interesse
der Dinge, mit denen er sich beschäftigte, geführt hatte. Jede andere
Auffassung war verkehrt, und vor ihr die Augen zu schließen, ebenso
„natürlich“ als bequem und Mühe sparend“ (a. a. O. S. 127). Was
Neu mann hier bekämpft, ist strenggenommen nur das Absehen von
der gewissen Zusatzfrage, also nur die Versündigung gegen die Wertkunde.
Nicht dem Wertgedanken ist da widersprochen! Denn im
Wertgedanken liegt es keineswegs, daß unter „Wert“ Einfaches,
seiner Artung nach gemeint, zu erledigen sei; es kann ebensogut Vielfaches,
ein Vielerlei sein, jedoch für jedermann das nämliche Einfache
oder auch das nämliche Vielfache.
Aber gerade diese Nämlichkeit des unter „Wert“ zu Erledigenden
scheint Neumann nicht vorhanden zu sehen. Er geht damit
gleichsam über den Wertgedanken zur Tagesordnung über, wenn er
die Antworten auf die Frage „Was ist der Wert?“, die von den verschiedenen
„Werttheorien“ geliefert werden und sich im Geiste des
Wertgedankens untereinander grundsätzlich ausschließen, als ebenso
viele „Auffassungen des Wertes“ in einem duldsamen Nebeneinander
sieht, von denen er die eine oder die andere rein der
Tatsache nach, weil sie seiner Anschauung gemäß nicht die „Anerkennung
in der Wissenschaft“ verdiene, zurückweist! So wendet er