98
,Die Herrschaft des Wortes“,
genießen, die im wissenschaftlichen Sprachgebrauch durcheinander
wirbeln. Es ist eben ein andersgearteter Vorzug, als ihn Worte ge
nießen, die zwar auch Fachausdrücke vorstellen, für deren Dasein als
Fachausdrücke aber eine wissenschaftliche Tat haftbar ist, als die ein
führende; mag diese einführende Tat nun wirklich nachweisbar sein,
oder nur daraus anzunehmen, daß ein solcher Ausdruck die wissen
schaftliche Prägung verrät. Solche Worte sind demUrsprung nach
Fachausdrücke, und bedürfen dazu weder des Merkmales der Unent
behrlichkeit, noch besonderer Häufigkeit der Verwendung. Jene Worte
aber erweisen sich gerade erst durch die letzteren Merkmale als Fach
ausdrücke 1 Denn einerseits sind es vollbürtige Kinder der lebenden
Sprache, Worte, die dem grünen Leben entstammen, doch ohne daß ihr
wissenschaftlicher Gebrauch in jenem Sinne nur ein bildlicher ist, wie
es etwa für den sprachwissenschaftlichen oder den mathematischen
Fachausdruck „Wurzel“ zutrifft. Andererseits aber ist es jenen Worten
als Fachausdrücken wesentlich, daß keinerlei wissenschaftliche Tat für
ihre Einführung haftbar ist, weil die Wissenschaft immer schon mit
ihrer Hilfe zur Tat schreitet. Alles dies ist ihre Artgemeinschaft, und
sie läßt es nebenher auch begreifen, daß man über den Umfang dieser
Art leicht etwas im Zweifel sein kann; so daß eine so gefügte Wort
gruppe immer nur im Runden und Rohen feststehen mag.
Dies fürs erste. Vorweisen lassen sich diese Dinge ganz flugs;
man kann recht in Bausch und Bogen verfahren. Sie gehören ja sozu
sagen der Gemeinen Erfahrung an; Erfahrung zwar in nationalökono
mischen Dingen, aber hier rede ich ja überhaupt nur auf National
ökonomie ein. Um Entdeckungen handelt es sich also wahrlich nicht.
Lauter Tatbestände schlagen hier ein, wie sie dem Nationalökonomen
näher gar nicht liegen könnten. Ihr Vorweis geschieht aber in logischer
Absicht 1 Das Ergebnis, das sich von ihnen abheben läßt, wird zu einer
Schlußfolge hinleiten, die wohl begründet sein will. Denn sie kommt
mit Ansichten in Widerstreit, und wird sehr frühe schon gegen Ein
wände zu verteidigen sein, hinter denen die herkömmlichen Anschau
ungen stehen. Die letzteren aber lösen sich zum Teil von den näm
lichen Tatbeständen ab, die vorläufig nur einfach dargelegt wurden.
Zu einem solchen Widerstreit kann es trotz der gleichen tatsächlichen
Grundlage kommen. Es macht eben einen Unterschied aus, ob sich
unser Denken gleichsam nur dem Eindruck aus derlei offenliegenden
Tatbeständen hingibt, oder ob es diese sachlich würdigt. Das
letztere muß hier geschehen; und so ist es unter diesen Umständen
nicht zu vermeiden, jene platten Dinge erst noch breitzutreten 1
Zunächst über den Umstand, daß die fraglichen Worte nicht erst