Über die „Grundbegriffe“ IV.
99
in die Nationalökonomie eingeführt worden sind, wie es sonst für Fach
ausdrücke gilt. Man versuche doch, eine Erörterung auszusinnen, die
man als eine nationalökonomische ansehen möchte, die aber von keinem
jener Worte Gebrauch macht I Hier besonders muß an die fließenden
Grenzen jener Wortgruppe gedacht werden, aus der manche Worte
im gegebenen Falle ausfallen können, während andere zum Beispiel
«Kosten“, „Reinertrag“, „Reichtum“ usw. usw. dafür einspringen,
oder noch hinzutreten.
Man darf aber gleich von einer Vielverwendung dieser Worte
innerhalb der Nationalökonomie sprechen; ich meine natürlich im Ver
gleiche von einer Erörterung zur anderen. Denn es versteht sich von
selbst, der einfachen Zahl nach werden diese Worte selbst in einer
nationalökonomischen Erörterung nicht annähernd so oft verwendet
wie etwa die Worte „der“, „die“, „das“. Die Vielverwendung der
letzteren Worte, darauf kommt es an, ist aber in keiner Weise für be
stimmte Erörterungen bezeichnend. Während jene vergleichsweise
Vielverwendung der fraglichen Worte ganz ausgesprochen ein äußeres
Merkmal nationalökonomischer Erörterung darstellt.
Beiläufig gesagt, was geben uns denn unsere herkömmlichen An
schauungen an Wahrzeichen an die Hand, um eine gegebene Er
örterung aus der Rückschau als eine nationalökonomische zu erkennen ?
Auf die verschiedenen Definitionen, die sich mit den mancherlei Namen
unserer Wissenschaft verknüpfen, greifen wir dabei kaum zurück. Sonst
käme es leicht dazu, daß wir vor lauter Streit über das Entscheidende
uicht zur Entscheidung gelangten. Notgedrungen sehen wir also ganz
harmlos nach, ob da nicht über „wirtschaftliche Dinge“, oder über das
«Güterleben“, oder über „Einkommensverhältnisse“, oder über „Wert-
und Preisbewegung“ erörtert würde; oder über ähnliche Angelegen
heiten. die ja alle darauf hinauslaufen, daß eine Vielverwendung der
V 1 UV'.‘"'- UUUUS “ V ' 1
Udiaui uiu*«““;“' zur Aussage dieser Er-
Worte Platz greifen muß, deren wir ^ r ene s äußerliche Merkmal
kennungszeichen nicht entbehren könn e^^ f ra glichen Worte — geht
— die vergleichsweise Vielverwendung ^ e ; n her, die uns überhaupt
also doch recht nahe neben den Mer ma die an einer Deutung
verfügbar sind, von den Merkmalen a Entscheid praktisch gar
so persönlicher Art hängen, daß sie ur Definitionen gilt, die
nicht in Betracht kommen; wie es unleU ^^ hen .
sich in unentschiedenem Kampfe gegenü er Eines der
übrigens knüpfen auch jene Definit,onen -mntetens^n „
fraglichen Worte an; sei es „Wirtschaft
oder „Gut“
oder „Arbeit“
*) Vgl. Wundt, Logik, II, 2, S. 499-