Über die „Grundbegriffe“ XV.
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mische Denken nicht entraten, aller Erfahrung nach, sobald es über
haupt in Bewegung verharren will. Welcher Form, welchen Inhaltes,
wie einheitlich oder wie mannigfaltig immer es sei, was da in unserem
Denken über dem Klange dieser Worte vorgeht, allem Anschein nach
muß dies vorgehen, und so müssen diese Worte anklingen, sie
müssen einmal ausgesprochen werden, soll dem nationalökonomischen
Denken nicht der Faden reißen. Auf den Stelzen von lauter Defini
tionen könnte sich unser Denken unmöglich auf die Dauer bewegen;
und was würde es fruchten, wo sich diese Worte fast ausnahmslos so
definieren, daß sie auch dabei unter sich bleiben, und die Definitionen
also nur in engerem Bereiche jenes Spiel wiederholen, daß erst der
Klang dieser Worte das nationalökonomische Denken in Bewegung
erhält.
Soviel im ersten Anlauf über die Eingeborenen Fachausdrucke der
Nationalökonomie. Es hat sich vorläufig nur um den schlichten Tat
bestand gehandelt. Er ist freilich so beschaffen, um Kritik in mehr
als einer Hinsicht herauszufordern; kritische Bedenken und Fragen
könnten da wie die Pilze emporschießen. Die Kritik muß zunächst
aber dem einmal eingeschlagenen Wege treu bleiben. Ihr Gegenstand
ist vorläufig die Bezeichnung „Grundbegriffe“, und so nimmt sie das
Dasein von Eingeborenen Fachausdrücken in der Nationalökonomie
fürs erste einfach zur Kenntnis. Es war vorher der Schluß zu ziehen,
daß ein Zusammenhang unter den aufzählenden Worten als solchen
bestehe, und dieser Schluß hat nun bei den Tatsachen Gegenliebe
gefunden. Es zeigt sich, daß jener Zusammenhalt tatsächlich besteht;
und zwar knüpft ihn die Artgemeinschaft dieser Worte, der Umstand,
daß sie zusammen die Eingeborenen Fachausdrücke der National
ökonomie vorstellen.
Nun erscheint es freilich klar, wie man über den Sinn einer Au -
zählung streiten kann, die scheinbar nur dadurch gegeben ist, daß man
nach allem Herkommen die „Grundbegriffe“ in solcher Weise aufzahlt.
Es läßt sich unter der Aufzählung hinweg die Natur des Aufgezahlten
auswechseln, weil die Aufzählung schon als bloße Wortreihe ihren
guten Sinn hat, eben als die Reihe der Eingeborenen Fachausdrücke;
und somit starr bleibt, während um sie herum die Ansichten über
ihren tieferen Sinn in Fluß geraten. Nebenher wird es auch verständ
lich, weshalb wir den Wechsel in der Aufzählung so wenig empfinden.
Der Eindruck, den wir aus den verschiedenen Aufzählungen erhalten,
muß ja trotz des Irrlichterlierens der einzelnen Worte ein einheitlicher
sein, weil die aufzählenden Worte sämtlich Eines Schlages sind. Das
letztere ist nun für gewöhnlich allerdings nur eine Sache der Empfin-