Full text : Wirtschaft als Leben

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,Die  Herrschaft  des  Wortes“,

düng;  und  dazu  liegen  auch  die  Tatbestände,  von  denen  sich  diese
Artgemeinschaft  ablösen  läßt,  offen  genug,  liegen  so  flach  auf  der
Hand,  daß  wir  gar  nicht  anfangen,  darüber  nachzudenken.
Es  macht,  wie  gesagt,  eine  der  Gewohnheiten  unseres  fachlichen
Denkens  aus,  daß  wir  jene  Artgemeinschaft  unaufhörlich  anerkennen,
ohne  sie  jemals  zu  erkennen.  Mit  der  Erkenntnis  dieser  Artgemeinschaft ­
  geht  es  aufs  Haar  so,  wie  mit  gewissen  Meinungen,  die  uns
nicht  in  jenem  Sinne  selbstverständlich  sind,  daß  sie  zuweilen  vor
unser  Denken  treten,  um  gleich  wieder  unterzutauchen,  weil  sich  unser
Denken  neuerlich  über  ihren  Inhalt  beruhigt  hat:  Meinungen  vielmehr, ­
  mit  denen  unser  Denken  überhaupt  nie  in  Berührung  kommt,
die  sich  einfach  nur  unserem  gewohnten  Gebaren  unterlegen  lassen.
Dieses  Gebaren  ist  eben  von  der  Art,  als  ob  uns  die  betreffenden
Meinungen  selbstverständlich  wären 1 ).  Es  sind  also  Meinungen,  die
wir  gar  nicht  hegen,  aber  gleichsam  immerzu  „begehen“.  Und  so  gibt
es  auch  Erkenntnisse,  bis  zu  denen  wir  niemals  Vordringen,  obwohl
wir  dauernd  auf  ihrem  Boden  stehen.  Treten  sie  nun  ein  erstes  Mal
vor  unser  Denken,  dann  braucht  ihr  Eindruck  ebensowenig  ein  vertrauter ­
  zu  sein,  als  wir  etwa  einen  vertrauten  Eindruck  empfangen,
wenn  uns  Röntgenstrahlen  unsere  eigenen  Knochen  sehen  lassen.

V.
Ein  Rückblick  nun  auf  die  bisherigen  Ergebnisse.
Die  nationalökonomische  Bezeichnung  „Grundbegriffe“  wird  allem
Herkommen  nach  rein  gelegentlich  verwendet,  im  Geiste  eines  bloßen
Sammelnamens.  Wenn  man  in  der  Nationalökonomie  trotzdem  so
häufig  von  „Grundbegriffen“  redet,  dann  muß  sich  jene  Bezeichnung
auf  einen  Sachverhalt  beziehen,  der  ebenso  offen  liegt,  als  er  beharrlich
nach  seinem  Ausdruck  verlangt.
Auf  der  anderen  Seite  deutet  die  Art,  wie  in  der  Nationalökonomie
dem  Gebrauch  dieser  Bezeichnung  widersprochen  wird,  auf  einen  Zusammenhalt ­
  unter  den  aufzählenden  Worten  hin.  Der  ist  auch  tatsächlich ­
  vorhanden,  mit  der  Artgemeinschaft  der  Eingeborenen  Fachausdrücke ­
  !
Wie  es  scheint,  reimen  sich  diese  beiderlei  Ergebnisse  trefflich,  zusammen: ­
  In  der  Nationalökonomie  mag  wohl  deshalb  von  „Grundbegriffen“ ­
  so  viel  die  Rede  sein,  weil  diese  Wissenschaft  unter  dem

*)  Vgl.  „Der  Wertgedanke“,  S.  24.
            
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