Über die „Grundbegriffe“ VI.
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hier gelten aber nicht schlechthin für jedes einzelne Wort, sie kommen,
ohne Vergleich untereinander, für jedes vereinzelte Wort gesondert
an den Tag. Die Einsicht zum Beispiel, daß in der Nationalökonomie
das Wort „Wirtschaft“ mit einer Beharrlichkeit wiederkehrt, die
keinen Zweifel offen läßt, daß hier ein Zwang zur vergleichsweisen
Vielverwendung obwaltet, den jeder Nationalökonom in eigener Sache
auch wirklich erfährt, diese Einsicht kann doch im Grundsätze ganz
für sich gewonnen werden! Sie ist keineswegs daran gebunden, daß
man von anderen Worten das gleiche ermittelt. In jedem einzelnen
Falle greift da wohl ein Vergleichen mit beliebigen Worten Platz;
ein Vergleich jener Worte untereinander ist nicht vonnöten.
Wenn also das Gebaren dieser Worte nur überhaupt auffällt, so fällt
es an jedem einzelnen Worte auf, ohne daß man sie vorher schon
zusammensuchen, oder gar schon beisammen finden müßte.
Aber nichts ist natürlicher, als daß jener Worte Treiben auf
fallen muß, früher oder später 1 Das wissenschaftliche Denken braucht
n ur ein Fünkchen Bedacht zu üben; wenn es nur soweit seinen Stoff
zu beherrschen anfängt, um nicht mehr völlig von ihm beherrscht zu
sein und schon für einen flüchtigen Blick auf sein eigen Gebaren
Zeit zu finden: und es muß dessen gewahr werden, wie es immer
und immer wieder auf die nämlichen Worte gestoßen wird. Die Art,
iu der sich das nationalökonomische Denken hier aus der Affäre
zieht, kommt erst hinterher zur Erwägung. Hier war nur auf den
springenden Punkt zu verweisen, daß jenes bezeichnende Treiben einiger
Worte dem wissenschaftlichen Denken in die eigenen Kreise fährt;
es stolpert gleichsam darüber. Das Erkennen jener Artmerkmale wird
v om wissenschaftlichen Denken nicht tätig vollzogen, sondern aus
gesprochen duldend erlebt. Nun ist es schließlich das nämliche
Denken, das hier, da, dort, bei verschiedenen Worten also die näm
lichen Erlebnisse erntet. Da bedeutet es doch mehr als ein bloßes
Gleichnis, zu sagen, daß hier die Worte, schon die bloßen Worte
zusammendrängen, weil ein immerhin enger Kreis von Worten sich
einzeln in der nämlichen Weise aufdrängt 1 Das wissenschaftliche
Denken könnte noch weit von der Frage stehen, warum diese
Worte zusammengehören, was der tiefere Sinn ihres gleichen Gebarens
Se *> und es empfände längst, daß sie zusammengehören.
Vor der „formalen“ Logik besteht freilich nur der Eine Schlag
Artgemeinschaft: durch das Sieb des Allgemeinen aus dem Kunterbunt
des Besonderen geseiht. Für die Welt seines eigenen Gebarens, für
die grüne Wirklichkeit des Denkens, da kann Art und Art sehr
zweierlei sein, genommen nach dem Verhältnis der Art zu ihren