Full text : Wirtschaft als Leben

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.Die  Herrschaft  des  Wortes“,

jener  Worte,  sobald  sie  von  Haus  aus  die  Stichworte  nationalökonomischer
Erörterung  bedeuten!
Von  dem  Eindrücke  aus,  daß  mit  den  Eingeborenen  Fachausdrücken
schlecht  und  recht  wirkliche  Dinge  hergezählt  seien,  wäre  zweifellos  nur
Ein  Schritt  dazu,  dem  Wirklichen  auf  die  Spur  zu  gehen,  das  von  jenen
Worten  vertreten  scheint.  Aber  verkennen  wir  die  Bedingungen
nicht,  an  denen  dieser  Eindruck  hängt.  Es  kommt  hierfür  in  Betracht,
daß  jene  Worte  aus  dem  grünen  Leben  stammen.  Dort  werden  sie
überaus  oft  verwendet,  und  stets  im  blindesten  und  unerschüttertsten
Vertrauen  darauf,  daß  sich  die  Sprechenden  bei  diesen  Worten  richtig
verstehen.  Mit  ihrer  und  ihresgleichen  Hilfe  finden  wir  uns  in  der
Wirklichkeit  zurecht,  die  uns  alltäglich  umgibt.  Dieser  Dienst  nun  und
jenes  Vertrauen,  sie  erklären  zusammen  den  Eindruck,  den  jedermann
empfangen  muß,  dem  jene  Worte  ein  erstes  Mal  vorgehalten  werden,
unvermittelt  herausgehoben  aus  der  verwimmelnden  Menge  aller  Worte,
aus  dem  Dunkel  der  Sprache.
So  hängt  jener  Eindruck  an  zwei  Bedingungen.  Erstens  an  der
Gewohnheit,  diese  Worte  in  der  vollsten  Harmlosigkeit  zu  gebrauchen;
so  harmlos,  wie  eben  nur  das  außerwissenschaftliche  Denken  mit  seinen
Worten  umgeht;  selbst  mit  jenen,  von  denen  es  den  unablässigsten
Gebrauch  macht,  die  für  gewisse  seiner  Bezirke  gleichsam  seine  Leibworte ­
  sind.  Zweite  Bedingung  ist  aber  das  Vorhalten  jener  Worte.
Jener  Eindruck  kann  also  offenbar  nur  dort  praktisch  werden,  wo
Nationalökonom  und  Laie  aufeinanderstoßen.  Der  Eine  als  der  Träger
jener  Gewohnheit;  der  Andere  wieder  in  der  Lage,  diese  Worte  im
Zusammenhang  vorzuhalten.  Wie  könnte  aber  ein  Eindruck  maßgebend ­
  für  die  Anfänge  der  Nationalökonomie  sein,  der  nur  auf  der
Grundlage  ihrer  späteren  Entwicklung  entstehen  kann  1  Denn  was
bringt  den  Nationalökonomen  in  jene  Lage?  Doch  nur  die  ganze
Entwicklung  des  nationalökonomischen  Denkens,  wie  sie  inzwischen
sich  vollzogen  hat.  So,  wie  es  nach  seiner  allgemeinen  Möglichkeit
schon  verfochten  wurde,  muß  sich  der  Zusammenhalt  unter  jenen
Worten  bereits  zur  Geltung  gebracht  haben,  die  Nationalökonomie
muß  ihre  Eingeborenen  Fachausdrücke  schon  duldend  entdeckt  haben:
dann  erst  wird  jenes  Vorhalten  dieser  Worte  möglich,  an  dem  der
fragliche  Eindruck  hängt.  Man  sieht,  hier  ist  Grund  und  Folge  schon
gar  verwechselt.
Anmerkung.  Diese  Ausführungen  kämpfen  wirklich  nicht  gegen
Windmühlen.  Es  war  einem  Vorurteil  zu  wehren,  dessen  Natur  auch  schon
erkennen  läßt,  weshalb  unser  Denken  just  gegen  dieses  Vorurteil  so  wenig
            
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