Full text : Wirtschaft als Leben

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1^2  „Die  Herrschaft  des  Wortes“,

Es  bleibt  ja  immerzu  dahingestellt,  was  hinter  den  vielberufenen
Worten  eigentlich  steckt,  in  welchem  näheren  Verhältnisse  sie  zum
Denken  im  allgemeinen,  und  besonders  noch  zum  fachlichen  Denken
stehen.  Wie  aber  diese  Worte  nur  als  solche  Zusammenkommen,  wie
nichts  als  ihr  Zusammenhalt,  ihre  Artgemeinschaft  als  Eingeborene  Fachausdrücke ­
  ihre  schließliche  Aufzählung  zuwege  bringt,  das  ist  dadurch
wohl  noch  klarer  geworden,  daß  nun  auch  die  Sinnesmeinung,  in  der
sich  jene  Aufzählung  vollzieht,  nach  ihren  Anlässen  offen  liegt.  I  n
der  Hingabe  an  die  blinde  Sprachsitte  werden  diese
Worte  als  „Begriffe“  entgegengenommen,  und  der  bloße
Eindruck,  den  ihr  Gebaren  hervorrufen  muß,  legt  die
Bezeichnung  „Grundbegriffe“  nahe.  So  also,  wie  diese  Bezeichnung ­
  für  den  nationalökonomischen  Sprachgebrauch  zur  Tatsache
wird,  und  dem  Herkommen  verwächst,  bedeutet  sie  rein  nur  einen
Sammelnamen  für  aufdringliche  Fachausdrücke.
Abermals  liegt  die  Bezeichnung  schon  vor  (und  hier  neben  ihr
noch  die  Möglichkeit,  das  so  Bezeichnete  aufzählen  zu  können),  ehe
das  wissenschaftliche  Denken  zu  tätigem  Eingriff  käme.  Ein  zwingender
Anlaß  ist  dazu  nicht  vorhanden;  man  beruhigt  sich  einfach  bei  diesem
vorgeschaffenen  Sachverhalt,  und  spricht  von  „Grundbegriffen“,  als  ob
dies  eine  längst  ausgemachte  Sache  wäre.  Es  anders  zu  halten,  setzt
schon  eine  ziemliche  Selbstbesonnenheit  des  Denkens  voraus.  Dann
aber  mangelt  es  dem  letzteren  nicht  an  Anknüpfungspunkten;  „Grundbegriffe“ ­
  —  wieviel  Gedanken  läßt  ein  solches  Woit  nicht  anklingen,
wie  viele  Vorstellungskreise  schwingen  da  bei  seinem  Klange  nicht
mitl  Allein,  das  Denken  hat  auch  gebundene  Marschroute:  man  weiß
ja  die  „Grundbegriffe“  sofort  auch  aufzuzählen.  Mit  den  aufzählenden
Worten  sieht  man  von  Haus  aus  „Begriffe“  vorliegen;  diese  „Begriffe“
wird  man  für  seinen  Teil  irgendwie  zu  denken  wissen,  und  das  Gemeinsame ­
  daran  liefert  von  der  anderen  Seite  her  einen  Anhalt,  wie  man
über  die  Bezeichnung  „Grundbegriffe“  denken  soll.  So  ist  zwar  Nahrung
genug  da,  um  Aussagen  über  Sinn  und  Geist  der  Bezeichnung  zu
speisen.  Aber  diese  Erkenntnis  kommt  gleichsam  nach  Torschluß  1  Es
rettet  den  Ernst  dieser  Bezeichnung  nur  zum  Scheine,  wenn  man  sie
hinterher  mit  dem  so  Bezeichneten  in  Einklang  zu  bringen  sucht-  Der
Bezeichnung  hätte  ein  tätiger  Eingriff  des  wissenschaftlichen  Denkens
vorangehen  müssen;  unter  dem,  was  man  zunächst  als  „Begriffe“  erkannt ­
  hat,  die  „Grundbegriffe“  zu  erkennen,  darauf  wäre  es  angekommen, ­
  gleichgültig,  was  das  Eine  und  das  Andere  in  sich  schließen
müßte.  So  aber  war  die  Bezeichnung  zuerst  da,  und  mit  ihr  hat  einerseits ­
  eine  blinde  Sprachsitte  dem  wissenschaftlichen  Denken  vorgegriffen,
            
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