Object : Logik des Geldes

§  4.  Definitionen,  Begriffe  und  Theorien.

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Geschöpf  der  Rechtsordnung;  wohl  aber  kann  es  in  allen
diesen  Formen  gedacht  werden.  Und  hier  liegt  der  Schlüssel
für  die  Möglichkeit  nicht  nur  der  verschiedenen  Grundbegriffe, ­
  sondern  auch  der  verschiedenen  Grundhypothesen
vom  Gelde.
Ein  Geldbegriff  ist  mehr  als  ein  Wort,  er  enthält  bereits
Urteile.  So  umschließt  ein  Geldbegriff,  der  von  der  sichtbaren ­
  Materie  ausgeht,  den  Keim  einer  materiellen,  »metalllistischen«
  Geldtheorie,  während  ein  von  der  Zahlungsmittelfunktion ­
  ausgehender  Begriff  des  Geldes  eine  anders  gefärbte ­
  Theorie  bedingt.  Und  auch  hier  muß  man  toleranter
sein  als  die  modernen,  orthodoxen  Geldtheoretiker.  Auch
jenseits  der  lichten  Sterne  ist  nicht  bloß  dunkle  Nacht.  Wessen ­
  Blick  am  Metalle  haften  bleibt,  wer  engherzig  im  Metalle
allein  wahres  Geld  erkennen  will,  der  wird  zwar  für  manche
neuere  Erscheinung  des  Geldwesens  nicht  leicht  die  Erklärung ­
  finden;  de-nnoch  wird  er  schließlich  imstande  sein,  sich
mit  seiner  einseitigen  Geldauffassung  durch  alle  die  mannigfachen ­
  Phänomene  des  Wirtschaftslebens  einigermaßen  hindurchzufinden. ­
  Und  das  letztere  gilt  auch  von  dem  Bekenner
der  modernen  »nominalistischen«  Geldauffassung.  Wenn  nur
eine  dieser  einseitigen  Anschauungen  unsere  Phantasie  ganz
erfüllt,  so  sind  wir  imstande,  alle  konkreten  Phänomene  in
sie  einzuordnen,  ja,  wir  bemerken  es  kaum,  wenn  unsere  Auffassung ­
  dann  einmal  gezwungen  und  gekünstelt  wird  und
wenn  eine  anders  geartete  Erklärung  einfacher  und  natürlicher ­
  erscheinen  würde.
Diese  Toleranz  wird  vielen  unhaltbar  Vorkommen:  »Entweder ­
  Nominalist  oder  Metallist,  für  Knapp  oder  gegen
ihn«,  so  wird  man  etwas  primitiv  die  Standpunkte  kennzeichnen, ­
  die  man  heute  in  der  Geldtheorie  für  vertretbar  hält.
Man  wird  den  relativistischen  Standpunkt  für  ein  Zeichen
von  Unklarheit,  von  Inkonsequenz,  von  Ängstlichkeit  ansehen.
            
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