Object : Wirtschaft als Leben

Haushalten  und  Unternehmen,  X.

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die  ihn  scheinbar  erst  zum  schöpferischen  macht.  Und  beileibe  nicht,  daß
nach  der  „Gründung“  der  schöpferische  Begriff  seine  Rolle  ausgespielt  hätte
und  nur  mehr  für  die  „Geschichte“  da  wäre;  wie  das  Vorher,  wird  hier
das  Nachher  verkannt!
Der  Schnitt,  den  das  harmlose  Denken  hinter  der  „Gründung“  erschaut,
liegt  weniger  damit  vor,  daß  hier  das  Geschehen  in  seiner  fortlaufenden  Verflechtung ­
  hochdramatische  Punkte  passiert,  ehe  es  zu  Schluß  und  zum  Rollen
des  neuen  „Kreises“  kommt.  Was  da  benachbart  vorher  steht,  das  nimmt
man  einfach  als  die  „Ursachen“  entgegen.  Jener  Schnitt  im  Hergange  prägt
sich  dem  harmlosen  Denken  vor  allem  darin  ein,  daß  ein  Wort,  das  vorher
nur  „disponibel“  schien,  nun  richtig  „in  Dienst  gestellt  erscheint.  1  riiher
konnte  man  von  „einem  Deutschen  Reiche“,  nun  auf  einmal  kann  man
von  „dem  Deutschen  Reiche“  sprechen.  Dem  Worte  treten  die  Paragraphen
zur  Seite,  die  nun  als  „Verfassung“  vorliegen.  Und  mit  Wort  und  Paragraphen, ­
  die  beide  so  stramm  verharren,  scheint  auch  die  Sache  nun  von
„Dasein“,  und  aus  sich  selber  zu  verharren;  gerade  nur,  daß  man  ein  bißchen
gegen  ihren  Umfall  Sorge  trägt.  Es  nimmt  sich  schon  sehr  erhaben  aus,
das  „Dasein“  der  Sache  im  „Flusse  des  Geschehens“  zu  denken.  In  Wahrheit ­
  aber  fließt  sie  selber  als  Geschehen!  Kann  doch  selbst  von
ihrer  „Entwicklung“  nur  im  Walten  versteifenden  Denkens  geredet  werden.
Vom  Boden  unseres  gestaltenden  Geistes  ist  es  ein  „Fortbestehen  ,  das
nicht  bloß  dauernd  den  schöpferischen  Begriff  nötig  hat;  der
letztere  selber  ist  in  unablässiger  Umbildung.  Dem  lautbeständigen
Worte  zum  Hohn,  und  selbst  dem  geheiligten  Bestand  der  Paragraphen  zum
Trotz,  ist  es  eben  von  Kopf  bis  zu  Fuß  ein  anderes  Geschehen,  was  sich
unserem  wortseligen  Denken  etwa  im  Jahre  1880,  und  dann  wieder  im
Jahre  1900  als  „Deutsches  Reich“  verknöchert.  Im  Erlebten  ist  die  Art
der  Verflechtung  eine  andere,  da  und  dort,  im  Zuständlichen  die  Art
der  Gliederung;  und  mit  allem  Um  und  Auf  des  „wirbelnden“  Geschehens
wechselt  auch  die  Art  und  Weise  seiner  Integration  —  das  Um  und  Auf
des  „oberpersönlichen“  Handelns.  Auch  die  Paragraphen  verharren  nur  scheinbar ­
  ;  denn  ihr  gleichbleibender  Wortlaut,  selbst  ihre  gleichbleibende  Auslegung,
das  ist  eben  nur  der  eine  Faktor  für  das  Spiel  der  Determinanten,  in  das
sich  ihre  „Rechtskraft“  auflöst;  durch  die  Flüssigkeit  der  anderen  Faktoren
werden  auch  die  Paragraphen’  in  den  Strom  des  Geschehens  gerissen.  Da
hilft  die  Verankerung  der  Worte  nichts.  Wahrhaftig  beständig  bleibt  auch
da  nur  das  Wort;  dies  aber  gibt  für  das  harmlose  Denken  gehörig  den
Ausschlag!  Ein  Wandel  würde  eben  nur  dann  zählen,  wenn  man  statt  von
„dem  Deutschen  Reiche“  wieder  von  „einem  Deutschen  Reiche“  reden  könnte.
In  der  Zwischenzeit  gilt  das  Dasein“  des  so  Benannten.  Der  schöpferische
Begriff  aber,  der  ja  für  der  Worttragödie  zweiten  Teil  nicht  mehr  vonnöten
            
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