Full text : Wirtschaft als Leben

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,Die  Herrschaft  des  Wortes“,

nichts  anderes  ist  als  das  mit  unserem  lebendigen  Denken  erwachsene
Handeln.  Dennoch  hat  gerade  der  Gedanke  etwas  Sprödes,  daß
auch  in  diesen  Höchstgebilden,  und  in  ihrer  Totalität,  schöpferische
Begriffe  sich  ausleben.  Und  auch  Dies  nimmt  gegen  unsere
Formeln  ein!  Denn  mit  ihnen  soll  ausdrücklich  diesen  schöpferischen
Begriffen  das  Knochengerüst  ausgelöst  werden;  das  überaus  schlichte,
aber  tragende,  das  für  sie  zugleich  das  einzig  Gemeinsame  bedeutet,
bei  dem  reichen  Wechsel  unter  ihnen,  und  das  einzig  Beharrende,  in
ihrem  ewigen  Wandel.
Anmerkung:  Was  uns  hier  beirrt,  ist  der  unwillkürliche  Blick  nach
jenen  unter  diesen  Höchstgebilden,  mit  denen  sie  sich  selber  noch  zu  übertreffen ­
  scheinen:  die  „Staaten“!  In  der  Tat,  hier  liegen  die  Verhältnisse
so  reichverwickelt,  daß  sich  die  Erwägung  ins  Bodenlose  zu  verlieren  droht.
Nur  ganz  dürftig  sei  auch  in  dieser  Richtung  die  Bahn  geklärt.  Wenn  sich
selbst  mit  jenen  Ungetümen  der  Schicksalswelt  schöpferische  Begriffe  ausleben,
so  darf  man  nicht  die  Binsenwahrheit  dahinter  suchen,  daß  z.  B.  das
„Deutsche  Reich“  gedacht  sein  mußte,  ehe  seine  „Gründung“  möglich  war.
Schon  hinter  dieser  Binsenwahrheit  treiben  verkehrteste  Anschauungen  ihr
Unwesen.  Die  „Gründung“  kann  in  ihren  Voraussetzungen,  gleichwie
in  ihren  Nachfolgen  verkannt  sein.  Auch  für  die  „Gründung“  —  ein  „Vorgang“, ­
  mit  dem  ein  Unendliches  eben  nur  in  der  Anlehnung  an  die  summarische ­
  Umformung  des  „Gegründeten“  so  schlankweg  denkbar  erscheint  —
auch  da  war  der  schöpferische  Begriff  nicht  vom  Himmel  gefallen.  Vielmehr
war  das  Denken  für  unzählbare  Schritte  in  der  Lehre  des  Geschehens,  und
umgekehrt  mußte  sich  der  schöpferische  Begriff  vorher  schon,  auf  dem  Wege
zu  sich  selber,  vielfach  in  Gebilden  ausgelebt  haben;  dann  erst  konnte,  durch
Tat  und  Abertat,  jene  letzte  Wegstrecke  an  die  Reihe  kommen,  die  man  als
„Gründung“  ausspricht.  Hier  am  allerletzten  darf  man  vergessen,  wie  Denken
und  Handeln  stets  aneinander  heranwachsen:  die  Milchbrüder  an  den  Brüsten
der  Zeit.  Das  Eine  erzieht  das  Andere.  Das  Handeln  wird  vom  Denken
ganz  systematisch  in  die  Lehre  genommen;  es  steigert  ihm  nach  und  nach
die  Aufgabe.  Die  Erziehung  des  Denkens  wieder  nimmt  das  Handeln  sokratisch
  vor:  stets  ist  der  weitere  Ausbau  des  schöpferischen  Begriffes  eine  Antwort ­
  auf  Fragen  des  Handelns;  und  auf  die  Richtigkeit  macht  jedesmal
dat  die  Probe.  Je  höher  hinauf  diese  Gebilde,  desto  mehr  will  die  Zeit  mit
von  der  Partie  sein,  desto  weniger  läßt  sich  etwas  „extemporieren“.  Überraschend, ­
  so  recht  als  „Gründung“,  stellt  sich  die  Sachlage  nur  für  jene  dar,
die  nicht  merken,  daß  da  schon  „reiten“  könnte,  was  nur  mehr  in  den  Sattel
zu  heben  ist.  Mit  dem  „Reiten-Können“  war  eben  der  schöpferische  Begriff
schon  überaus  weit  gekommen;  auf  dem  Wege  zu  jener  letzten  Formung,
            
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