Full text : Wirtschaft als Leben

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,Die  Herrschaft  des  Wortes“,

scheint,  gelangt  sofort  nach  der  „Gründung“  behaglichst  zur  Ruhe.  Das
wären  ja  die  äußersten  Verkennungen;  so  ein  wenig  aber  hält  uns  alle
das  Wort  im  Bann,  und  eben  in  solchem  Geiste.
Natürlich  helfen  noch  tausend  Umstände  hinzu,  um  unser  Denken  an
ein  „Dasein“  solcher  Gebilde  glauben  zu  lassen.  Es  genüge  der  Hinweis
auf  das  „geographische  Gegenstück“  dieser  Gebilde.  Aber  so  vieles
da  im  richtigen  „Dasein“  verharrt,  Fluß  und  Küste,  Berg  und  Tal,  Wind
und  Wetterlage,  und  was  da  kriecht  und  fliegt  und  schwimmt,  treibt  und
gedeiht,  und  unter  Tag  ruht,  es  verharrt  nur,  soweit  es  gleichsam  am
Kartenbilde  mittut.  Im  Verbände  der  Determination,  durch  die
sich  jene  Strömung  im  lebendigen  Meere  durchfinden  muß,  spielt  es  doch
nur  wieder  den  Teilfaktor.  Da  gilt  das  Nämliche,  wie  von  den  Paragraphen;
die  so  recht  auch  nur  auf  dem  Papiere  verharren,  während  sich  der  Wandel
der  Determination,  an  der  sie  beteiligt  sind,  gelegentlich  darin  ausprägen
kann,  daß  sie  überhaupt  nur  „auf  dem  Papiere“  stehen.  Und  so  ist  auch
jenes  Verharrende  in  ein  Spiel  mit  tausendfältig  sich  Wandelndem
verwickelt  —  mit  allem  Zuständlichen  —  und  bringt  sich  erst  in  dieser
Verflüssigung  als  das  seitlich  Bedingende  zur  Geltung.  Einige  Mark
Änderung  im  „Getreidezoll“,  und  die  nordöstliche  Wasserkante  steht  sofort
anders  innerhalb  der  Determination;  eine  einzige  „Gesetzesmaßregel“,  und
Flußläufe  werden  ganz  anders  im  Spiele  Trumpf.  —  Man  sieht  da,  meine
Beispiele  neigen  auch  schon  dazu,  die  Wendung  „Deutsches  Reich“  nur  als
eine,  ins  Welthandelsregister  eingetragene  „Firma“  zu  nehmen.  Aber  wie
glücklich  immer  man  die  Beispiele  wählt,  soviel  machen  sie  klar,  wie  auch
hier  das  Verharren  nur  ein  Wort  sch  ein  ist,  und  lebendige  Tatsache  nur
das  Fließen  und  abermals  Fließen!
Gibt  man  auch  zu,  daß  dort,  wo  kein  „Dasein“,  sondern  ein  „Fortbestehen“ ­
  gilt,  der  schöpferische  Begriff  nie  entbehrt  werden  kann,  als  tiefster
Atem  des  Geschehens,  das  in  jenem  „Fortbestehen“  zu  gegliederter  und  sich
stetig  umgliedernder  Andauer  kommt,  so  fängt  nun  erst  recht  das  Kopfschütteln ­
  an.  Denn  wer  hegt  nun  jenen  schöpferischen  Begriff,
und  wie  geschieht  es?  Denkt  ihn  des  Reiches  Oberhaupt,  oder  jeder
Reichsangehörige,  oder  die  Herrn  vom  grünen  Tisch,  oder  die  Hirten  der
Wählerherde,  oder  die  „Publizisten“,  (und  welche  Lesart  dieses  Doppelsinnes),
oder  wer  sonst?  Und  birgt  ihn  das  Denken  als  Vollbegriff,  oder  als  Notbegriff, ­
  oder  wird  er  ratenweise  gedacht,  oder  auf  Kuxen,  oder  wie  anders?
Nach  all  dem  Gesagten  darf  ich  ja  diesen  Bedenken  kühnlich  die  These
entgegenhalten:  Irgendwie  muß  das  Gebilde,  um  nur  überhaupt  „fortzubestehen“, ­
  auch  Inhalt  des  lebendigen  Denkens  bleiben,  wie  es  dem  vollziehenden
Handeln  eingeboren  ist;  „Fortbestehen“  ist  im  Wesen  eins  mit
solchem  „Fortdenken“!  Für  den  Sachverhalt  aber  könnte  man  das
            
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