Full text: Wirtschaft als Leben

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,Die Herrschaft des Wortes“, 
hänge an Robinson, so entspricht dies ungefähr dem Vorgänge eines Biologen, 
der seine Experimente an einem Hampelmann vornimmt. 
Es ist kein Zufall, wenn man in den Anfängen der Nationalökonomie 
soviel Interesse an der Gestalt nimmt, die alles junge Denken zu fesseln 
weiß. Ihr Reiz für ein Denken, das sich noch in der minderjährigen Tat, 
im Spiele auslebt, wurzelt wohl darin, daß Robinson in jenem Kampfe, 
den wir in der Kohorte ausfechten, auf sich allein gestellt ist. Es gebührt 
dem trefflichen Robinson ein Ehrenplatz in jenem Museum national- 
ökonomischer Altertümer, das außerdem noch „Diamanten“ enthält, „seltene 
Weine und Statuen“, „Wüstenreisende“, „unbebaute Ländereien“, und noch 
ein Mancherlei, wonach das Denken greifen mußte, weil das Alltägliche ein 
gar so unzugänglicher Stoff ist! Von ungefähr taucht die Erinnerung an jene 
„Mißgeburten-Kabinette“ auf, die am Beginne der Stoffsammlung für natur 
wissenschaftliche Beobachtung standen. Wie die Natur, wollte auch der Alltag 
erst nach und nach entdeckt sein; hier der Art nach gemeint, wie unser 
theoretisches Denken den Stoff richtig fand, den es vorher schon gesucht hatte. 
Dazu soll ja in Sachen des Alltages besonders viel der Philosophie 
gehören! Nun, zum mindesten von sehr untergeordneter Artung: „Praktische“ 
Philosophie jener hausbackensten Lesart, die man als Mutterwitz aussagen 
kann, auch dieser Ausdruck aus dem Zusammenhänge verstanden. Im all 
gemeinen aber wird kaum ein Gegensatz greller sein, wie der zwischen dem 
„aktionswissenschaftlichen“ und dem metaphysischen Denken. 
Auch das ist kein Zufall, wenn gerade dem „aktionswissenschaftlichen“ 
Denker vom reinsten Gebliite, dem Historiker, die philosophische Ader zu 
fehlen pflegt; zum Glück meistens auch die „geschichtsphilosophische“. Wer 
noch über die Ansprüche vollendeter Darstellung hinaus nach letzter Ver 
allgemeinerung trachtet, der unterbindet sich die Lebensader historischen 
Denkens, entfremdet sich dem Gedanken des Allzusammenhangs. Wer überall 
nach steuernden Gewalten hascht, dem entgeht die erhabene Schlichtheit 
jenes Geschehens; denn gerade in der Art, wie es so wuchtig klar ist, so 
ganz aus sich heraus verständlich, webt es am Menschenschicksal. 
Gleich breitspurig auf gewachsenem Boden steht kein zweites 
Denken, wie jenes, das überall mit dem eigenen Ich zahlt, um Erfahrung ein 
zutauschen; und gerade der Erdgeruch jenes Bodens „schlägt“ sich mit dem 
Dufte der Blüten, die in den metaphysischen Äther emporranken. Philosophie 
steht jenseits der zerfallenden Erkenntnis, wenn die unzerfällende Erkenntnis 
diesseits steht, oder umgekehrt. Auch diese Extreme berühren sich; dabei 
kommt nur der Gemeinplatz zu Ehren, daß der Boden nicht vom Äther, 
aber die höchstaufgeschossenen Blüten immer noch vom Boden leben. Schon 
im Verhältnisse zum Worte spiegelt sich der Gegensatz „aktionswissen- 
schaftlicher“ und metaphysischer Erkenntnis: Hüben ein Denken, das auch
	        
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