Full text : Wirtschaft als Leben

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Die  Herrschaft  des  Wortes'

habe  es  angedeutet,  wie  sich  der  Mutterwitz  dafür  einsetzt,  daß  man
der  Wiederkehr  und  neben  ihr  zunächst  der  Macht  gedenkt.  In  solcher
Weise  leiten  sich  auch  die  höheren  Formeln  aus  dem  persönlichen
Gebaren  her,  das  im  Handeln  rege  ist.  Sie  selbst  jedoch  beziehen
sich  abermals  nur  auf  unpersönliche  Hergänge.  Sie  entsprechen ­
  ja  den  Spielarten  des  zuständlich  erfaßten  Zusammenhangs
im  Handeln,  der  Gliederung.  Ich  weise  noch  darauf  hin,  wie
äußerst  verwickelt  das  Gebaren  ist,  das  jenen  Hergängen  unterliegt.
Dennoch  schöpfen  die  Formeln,  mit  denen  uns  diese  Hergänge  erfaßbar ­
  werden,  gleichsam  den  Rahm  ab.  Sie  bergen  den  leitenden
Gedanken  in  sich,  bei  dem  jene  verwickelten  Gebaren  am  letzten
Ende  scheiteln.  So  bewähren  sich  auch  diese  höheren  Formeln  zugleich ­
  als  Schlüssel  und  Wegweiser.
Für  ihre  Fassung  gilt  es  nicht  minder,  daß  man  sich  aus  dem
Handeln  gleichsam  heraussteilen  muß.  Wie  nun  der  Einzelne
seine  Lage  mit  dem  Blick  zugleich  auf  Wiederkehr  und  Macht  erwägt,
so  lebt  auch  der  nämliche  Geist,  die  gleiche  Regung  des  Mutterwitzes,
in  der  Formel.  Sie  faßt  aber  den  Hergang  ins  Auge,  gleichviel,
wer  derlei  Erwägung  wirklich  vornimmt.  Der  Hergang  ist  als  solcher
gemeint,  der  sich  zwischen  einer  unbestimmten  Vielheit  von
Handlungen  abspielt.  Handlungen,  die  in  solcher  Unbestimmtheit
zuständlich  erfaßbar  sind,  stellen  sich  dann  schlechthin  als  ein  Handeln
dar;  in  dieser  Art  reden  wir  etwa  von  unserem  „Essen“,  oder  von
unserem  „Arbeiten“.  Wir  zielen  dabei  auf  eine  unbestimmte  Folge
von  Handlungen  ab,  die  eine  Wiederkehr  begründen,  weil  der  Zweckgehalt ­
  im  Streben  aller  einzelnen  Handlungen  wiederkehrt;  z.  B.
kommt  es  stets  wieder  darauf  an,  unseren  Hunger  zu  stillen,  unserem
Geschmack  zu  fröhnen.  Diese  Reihe  von  Streben,  deren  Zweckgehalt
wiederkehrt,  fließt  vor  unserem  rück-  oder  vorschauenden  Blick  zu
Einem  Streben  zusammen,  abermals  zuständlich  erfaßt;  es  sei  hier
von  einem  Dauerstreben  gesprochen.  Für  diese  Art  zuständlich
erfaßtes  Streben  sind  uns  eigene  Ausdrücke  verfügbar;  wir  reden  etwa
von  der  „Ernährung“,  oder  von  der  „Erholung“,  oder  der  „Pflichterfüllung“. ­
  Es  ist  klar,  daß  wir  aus  der  Rückschau  und  Vorschau ­
  vor  allem  das  Handeln  ins  Auge  fassen,  das  solchen
Dauerstreben  antwortet.  Auf  etwas  anderes  könnte  sich  auch
die  Gliederung  nicht  beziehen;  auch  in  jener  Einheit  nicht,  die  je
einem  Gebilde  unterliegt.
Anmerkung:  Auch  die  Struktur  der  Gebilde  bezieht  sich  stets  auf
diese  Dauerstreben.  Ihren  Zweckgehalt  machen  wir  uns  als  die  ver ­
            
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