Full text : Wirtschaft als Leben

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„Die  Herrschaft  des  Wortes“,

sagen  zu  können.  Der  Laie  wüßte  es  nicht,  daß  man  die  Erkenntnis  des
Alltages  zu  fördern  glaubt,  indem  man  den  letzten  Sprach  wurzeln  jener  geheiligten ­
  Worte  nachgräbt,  über  die  alle  Theorie  ihren  Weg  nimmt;  jener
Worte,  die  draußen  die  abgehetzten  Diener  des  urwüchsigen  Denkens  sind,
während  ihnen  das  theoretische  Denken  Altäre  baut.  Diese  Verhältnisse
muß  man  würdigen,  um  einzusehen,  wie  not  da  ein  Aderlaß  an  Theorie
tut,  bei  der  die  Wissenschaft  nur  schwammiges  Wortwissen  ansetzt,  und  an
dem  unheilbaren  Übel  des  Wortstreites  siecht.  Gilt  dies  auch  nur  für  die
engen  Bereiche  der  Theorie  selber,  um  so  schlimmer,  wenn  sie  alle  Fühlung
mit  dem  eigentlichen  Forschen  verlieren  muß,  das  aus  gesundem  Instinkt
davor  bewahrt  bleibt,  von  diesen  Erbaulichkeiten  Notiz  zu  nehmen.  Im  Enderfolge ­
  steht  dann  neben  einem  Generalstab,  dem  das  Heer  fehlt,  ein  Heer
ohne  Generalstab.
Ich  rede  über  diese  fatalen  Dinge  um  so  unverhohlener,  als  ich  ja  selbst
eine  „werttheoretische“  Vergangenheit  zu  beklagen  habe.  Was  aber  jene
Erörterungen  anlangt,  die  in  ihrer  Kleinlichkeit  so  lang  geworden  sind,  daß
ich  sie  verlängern  mußte,  so  haben  auch  sie  der  Sache  gedient.  Ich  habe
damit  das  Nötigste  über  die  beiden  Formeln  auf  jenem  Umwege  gesagt,  daß
man  überhaupt  nur  vom  Worte  abzurücken  braucht,  um  der  Sache  nahezukommen. ­
  Das  ist  das  Gegenstück  zu  dem  Wahne,  daß  man  die  Sache
erfaßt,  wenn  man  das  Wort  umarmt.  Man  könnte  da  von  einer  „philologischen“ ­
  Klippe  des  nationalökonomischen  Denkens  reden,  wenn  es  nicht
die  juristische  wäre.
Die  rechte  Bezeichnung  für  die  Formel  X  leitet  sich  aus  dem
Namen  jener  Gebilde  her,  die  wir  ganz  besonders  im  Geiste  dieser
Formel  denken:  „Haushaltung“,  „Hauswesen“.  Hier  sind  die  „gesellschaftlichen“ ­
  Zusammenhänge  meist  viel  zu  einfach,  um  der
Gliederung  von  der  Macht  her  zu  gedenken:  „Familie“!  Auch
zeichnen  sich  Gebilde  dieser  niedersten  Schicht  durch  die  vergleichsweise ­
  größte  Buntheit  in  den  Streben  aus,  die  in  ihrem  Geschehen
atmen.  So  kommt  kein  einzelnes  Streben  dazu,  ihre  Struktur  so
entschieden  zu  beeinflussen,  daß  unser  geistiger  Blick  abgelenkt  würde
von  jenem  Ausgleich  unter  Dauerstreben,  der  uns  bei  diesen
Gebilden  als  das  Rückgrat  erscheint.  Nur  der  eine  „Zweck“,  der
auch  für  das  Anschauliche  dieser  Gebilde  das  große  Wort  führt,  prägt
sich  im  Namen  aus.  Deshalb  sei  die  Formel  X  Haushalten  genannt.
Wie  sich  das  Zuständliche  Gebilde  von  der  Macht  her  gesehen  als
Gesellung  darstellt,  so  von  der  Not  her  als  Haushalt.
Haushalten  und  Gesellen  sind  die  höheren  Formeln,  mit  denen
das  offene  Geheimnis  der  Allbedungenheit  ausgeplaudert  ist,  die  allen
            
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