Flürscheims Vorträge.
inen großen Erfolg haben drei vom Bundesvorsstande
(r oer Vorträge gehabt, die Michael Flür-
scheim vom 22. Januar bis 5. Februar 1891 vor Damen
und Herren im Architektenhause in Berlin gehalten hat.
Die Vorträge waren gut besucht. Unter den Hörern
haben sich auch der Stadtverordnete Fritz Borstell,
Mitinhaber der altberühmten Nicolaischen Buchhandlung,
und Dr. Franz Mehring befunden, der damals noch nicht
der sozialdemokratischen Partei angehört hat. JIn seinem
erstem Vortrage hat Flürscheim das soziale Problem und
seine Lösung behandelt. Der zweite hat das Mittel zur
Rettung und seine Wirkungen gebracht. Der dritte die
Wege der Durchführung und die Widerlegung der Ein-
wände. Er hat eine Einschränkung des Erbrechts für
Verwandte zweiten Grades bei Aufrechterhaltung voller
Testierfreiheit empfohlen. Nach meiner Anssicht sind diese
nach Form und Inhalt hervorragenden Vorträge der
Höhepunkt der Wirksamkeit Flürscheims in Deutschland
gewesen.
A. 26. Februar 1891 hat eine bemerkenswerte öffent-
liche Versammlung stattgefunden, in der Flürscheim
über die Wohnungfrage gesprochen hat und in der Pro-
fessor Adolph Wagner öffentlich für die Bestrebungen
des Bundes eingetreten ist. Er hat bedauert, daß der-
artige versöhnende Angelegenheiten, die doch hundert-
tausende interessieren müßten, nicht größeren Anklang
gefunden hätten. Wenn die Regierung noch nicht an eine
derartige Frage herantreten könne, so läge das nur da-
ran, daß die öffentliche Meinung noch immer nicht genü-
gend aufgeklärt sei. Er begrüßte deshalb die Bestrebun-
gen Flürscheims mit Freude, dessen Äußerungen er fast
Wort für Wort unterschreiben könne. Es sei eine Phrase,
wenn die Gegner behaupteten, die vom Bunde vertre-
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