Ausblicke.
i.
Was hier als „Sache“ zu besprechen war, diente mir unverhohlen
nur als Mittel zum Zweck; als Beispiel, wie man auch auf diesem
Wege zu Ergebnissen gelangen kann. Diesen Weg suchte ich fort
während nach aller Möglichkeit auch grundsätzlich zu rechtfertigen,
von Eigenheiten unseres Denkens her, soweit sie die Pflege einer
Einzelwissenschaft aus der Tiefe bewegen. Den Ansprüchen dieser
Stoffe mußte ich unendlich viel schuldig bleiben. Aber so dürftig in
dieser Hinsicht meine Andeutungen ausfallen, sachlich sind auch sie
Ich schweife von meinem Gegenstände nur dem Äußeren nach ab,
wenn ich seine Erledigung abrunde. Nun aber strebe ich einer Ab
rundung zu, die an sich nicht minder überstürzt ist; aber doch viel
zu umständlich, um sich nicht als „Anhang“ zu bescheiden. Für ihr
Daseinsrecht muß sie selber sprechen.
Zunächst fülle ich einige Lücken aus. Was als Zuständliches
Gebilde vorzuführen war, ist für sich selber nichts, was wir er
lebten; es ist eine durch unser Denken bewirkte, ich glaube ohne
Mißverständnis sagen zu dürfen, eine denkende Umformung
von Erlebtem. Wir erleben stets nur das Handeln selber in seiner
Einheit; d. h. die Handlungen in jenen Zusammenhängen, aus denen
sich der „rote Faden“ spinnt. Weil dieser jedoch unstreitig da ist,
steht unser Denken mit un serem Erleben im Einklang,
wo immer ein Zuständliches Gebilde erfaßt wird. Der Inhalt „Staat“
z. B. ist daher von einer ganz anderen Würde als etwa der Inhalt
„Steinzeit“. Man könnte hier sagen, nicht die „Steinzeit“, aber ein
„Staat“ sei wirklich; und mindestens so, als uns der Fluß für wirk
lich gilt.
Allein, das hieße jetzt, nach allem Vorangegangenen, eigentlich
nichts anderes, als für eine fraglose Sache ein immerhin fragwürdiges
Wort setzen. Was heißt denn „wirklich“? Im allgemeinen ist es ein
bloßes Grenzwort, zuhanden von Überlegungen, die unter Umständen