Full text : Wirtschaft als Leben

Ausblicke,  I.

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Individualität  kommt.  Der  wesentliche  Unterschied  bleibt  hier  der,  daß
sich  das  Treiben  des  „klügsten“  Hundes  nicht  schon  nach  dem  Vorbilde ­
  unseres  eigenen  Handelns  durchschauen  läßt,  sondern  stets  nur
kraft  einer  denkenden  Beobachtung  dieses  Treibens;  hier  gilt
es  nicht  Mitleben,  sondern  „Einleben“.  Die  Narrheit  aber  ist  uns  nicht
eine  fremde  Gleichung  des  Zusammenhanges,  sondern  ein  Rechenfehler! ­
  Der  Narr  hat  nicht  die  Halbperson  des  Hundes,  bezogen  auf
das  Geschehen;  er  ist  uns  um  so  erschütternder  Unperson,  als  ja
das  Anschauliche  den  Umsturz  nicht  annähernd  so  grell  mitmacht.
Die  spezifischen  Änderungen,  auf  die  uns  erst  die  naturwissenschaftliche ­
  Erkenntnis  hinlenkt,  indem  sie  etwa  auch  diesen  Rechenfehler ­
  des  Handelns  zum  „Parallelismus  der  Erscheinungen“  zerfällt,
kommen  ja  für  jene  Eindrücke  nicht  in  Betracht.

Dem  Handeln  im  Verbände  dieser  Einheit,  un  Rahmen  d
persönlichen  Lebens,  diesem  Handeln  sind  D * te ' m |“  .  .
ur  eigen,  die  vor  allem  auch  mit  der  ewigen  Wechselbezieh  g
zwischen  Handeln  und  Empfinden  zu  tun  haben.  In  ihrer
geschlossenen  Einheit  begründen  sie  die  Persönlichkeit,  ie
vidualität.  An  dieser  determinierenden  Einheit,  an  der  Persönlichkeit,
bauen  vor  allem  seelische  Determinanten,  die  an  dem  Erdulden
hängen,  an  der  Rückstrahlung  des  Handelns,  wie  auch  seiner  erflechtung
  mit  dem  fremden  Handeln,  auf  das  Ich.  Individualität  un^
Schicksal  sind  untrennbar  miteinander  verflochten.  Die  „Person
gehört  eben  im  wesentlichsten  Sinne  der  Welt  des  Handelns  an.  Aller
zerfallenden  Erkenntnis,  aller  „empirisch-psychologischen“  Betrachtung,
is t  die  Individualität  genau  so  schlankweg  ungreifbar,  wie  unser
Schicksal!  Hier  könnte  nur  jene  „Psychologie“  frommen,  die  sic
läuternd  über  unsere  Menschenkenntnis“  hinaushebt;  eine  Wissenschaft, ­
  die  mit  dem  Blick  auf  die  Welt  des  Handelns  ebenfalls  nicht
unter,  sondern  über  einer  „Gesetzeswissenschaft“  steht,  aber  auch
keine  reine  Erfahrungswissenschaft  ist,  weil  sie  ihre  Erkenntnis  ^
H aus  aus  einem  fremden,  und  ausgesprochen  einem  „praktischen
Gesichtspunkte  botmäßig  macht.  Wenn  sie  Individualitäten  durchordnet,
  oder  jene  gewisse  Wechselbeziehung  besinnlich  uberdenkt,,  so
sie  dem  Handeln  selber  dienen;  mittelbar  dann  auch  seiner
eigentlichen  Erkenntnis  den  „Aktionswissenschaften“.  Diese  Wissenschaft ­
  zehrt  von  den  Ergebnissen  der  Historie  und  Nationalökonomie;
nicht  diese  setzen  sie  voraus,  sondern  umgekehrt.  Denn  die  Läuterung
der  »Menschenkenntnis“  ist  nur  in  den  Spuren  der  Wissenschaften
möglich,  die  dem  Schicksalszuge  folgen.  Aber  weil  jene  Wissenschaften
lhr  Wer k  im  rühmlichsten  Sinne  nie  zu  Ende  führen,  deshalb  käme
            
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