Full text : Wirtschaft als Leben

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,Die  Herrschaft  des  Wortes“,

zugesteht;  so  zwar,  daß  die  Welt  des  Handelns  als  Gegenstand  einer
Art  „höheren  Meteorologie“  zur  Natur  herabsinkt.
Je  wohlgemeinter  die  Sucht  ist,  der  Welt  des  Handelns  mit  dem
„Gesetze“  die  Vereinfachung  aufzudrängen,  desto  seltsamer  muß  sie  erscheinen. ­
  Das  Brot  ihrer  lebendigen  Einheit  will  man  dieser  Welt
nicht  reichen;  aber  den  Stein  ihrer  Vereinfachung  bleibt  man  ihr
schuldig.  Denn  aus  einem  Beginnen,  das  so  im  Wesen  verfehlt  ist,
kann  ja  Erkenntnis  immer  nur  zum  Scheine  hervorgehen!  Dieses
Fatum  erfüllt  sich  besonders  in  dreierlei  Schlägen.  Vor  allem  ist  es
das  liebe  Wort,  das  kralt  seiner  Lautbeständigkeit  gegen  die  Natur
der  Sache  ein  „Gesetz“  aussprechen  läßt.  Nicht  bloß  „Systeme“  lassen
sich  mit  Worten  bereiten,  sondern  vor  allem  auch  „Gesetze“.  Auch
da  tritt  die  erkenntnisbeugende  Macht  des  Wortes  in  Geltung,  das  eben
jedem  Selbstbetrug  unseres  Denkens  liebedienerisch  willfahrt,  als  der
„schändliche  Kuppler“  zwischen  Geist  und  Irrtum.  Sehen  wir  etwa  —
ein  freigebildetes,  rein  zur  Verdeutlichung  dienendes  Beispiel  —  den
Satz  an:  „Der  Republik  folgt  allezeit  die  Diktatur.“  Dann  ist  im  Grundsätze ­
  damit  keine  andere  „Abfolge“  ausgesprochen,  als  die,  daß  man
in  vielen  Fällen,  dem  Zeitenlauf  folgend,  zuerst  das  fadenscheinige  Wort
„Republik“  anwenden  kann,  wo  nachher  das  nicht  minder  fadenscheinige
Wort  „Diktatur“  verwendbar  ist.  Soweit  entspricht  es  etwa  der  Weisheit ­
  eines  Botanikers,  der  das  „Gesetz“  finden  würde:  „Grüne  Blätter
werden  gelb.“  Aber  es  steht  noch  im  Wesen  schlimmer!  Ich  will
nicht  über  die  Abkehr  von  der  eigentlichen  Aufgabe  des  unzerfällenden
Denkens  sprechen.  Das  wird  sich  in  der  Folge  ganz  von  selber  ergeben, ­
  daß  mit  solchen  „Abfolgen“  auch  nicht  die  Spur  von  jener
Aufgabe  erfüllt  ist.  Ich  will  nur  dem  Selbstbetrug  auf  die  Schliche
gehen,  als  ob  man  doch  auch  in  solcher  Weise  Erkenntnis  erzielte.
Vergleichen  wir  jenes  „botanische  Gesetz“  mit  unserem  „historischen“,
so  spricht  das  erstere  doch  wenigstens  eine  Erfahrung  aus,  die  zwar
jeder  macht,  aber  doch  immerhin  zu  machen  hat.  Die  Aussage  der
„Abfolge“  ist  an  ihre  eigene  Beobachtung  gebunden.  Besinnt  man
sich  aber  auf  jene  historische  „Abfolge“,  dann  ergibt  sich,  ohne  daß  ich
es  hier  umständlich  besprechen  könnte,  daß  uns  diese  „Abfolge“,  gerade
in  ihrer  Verschwommenheit,  im  voraus  verständlich  ist!  Aus
Erwägungen,  die  weder  mit  der  „Republik“,  noch  mit  der  „Diktatur“
selber  zu  tun  hätten,  sondern  buchstäblich  mit  der  Alltagskenntnis,  mhdem
  Besitz  der  so  wohlbekannten  „Gleichung“  des  Zusammenhanges
im  menschlichen  Handeln.  Das  „Gesetz“  ist  also  im  Schlepptau  v°n
richtigen  Gemeinplätzen;  in  seinem  „Kerne“  fällt  es  mit  ihnen  zusammen. ­
  Und  damit  stehen  wir  vor  dem  zweiten  Punkte.  Vom
            
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